Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt
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Pressemitteilungen : 19.10.2010

Reiche Bestattungen aus der Jungsteinzeit und der Bronzezeit an der B 6n entdeckt

Die folgende Pressemitteilung als pdf zum Download einschließlich einer Übersicht über die verfügbaren Pressebilder erhalten Sie hier.
Fotos sind zu beziehen bei Frau Dr. Binding, 0345 / 52 47 521 oder ubinding@lda.mk.sachsen-anhalt.de.

Auf einer Länge von ca. 150 km wird die neue Bundesstraße B 6n den niedersächsischen Harz mit der wichtigen Nord-Süd-Tangente Bundesautobahn A 9 im Osten von Sachsen-Anhalt verbinden. Seit dem Jahr 2000 finden im Vorfeld des ambitionierten Verkehrswegeprojektes mit teilweise vierspurigem Ausbau umfangreiche archäologische Grabungen auf vielen hundert Hektar Fläche statt. Dabei wird das Nordharzvorland mit seinen hervorragenden naturräumlichen Bedingungen, welche seit über 7.000 Jahren höchste kulturelle Prosperität bedeuten, durchschnitten. Für den Raum Bernburg-Köthen (Salzlandkreis, Landkreis Anhalt-Bitterfeld) erfassen wir nun auf der Grundlage der umfangreichen Geländearbeiten, mit welcher Intensivität hier die Menschen seit ihrer Sesshaftwerdung lebten.

Zeitweilig waren auf den großflächigen Ausgrabungen des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt  über 250 Mitarbeiter tätig, um die archäologischen Grabungen zeitgerecht vor Baubeginn zu realisieren. Derzeit wird straßenbautechnisch die Anbindung an die von Dresden über Magdeburg bis nach Mecklenburg-Vorpommern führende Autobahn A 14 realisiert. Das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie führt in der Region Bernburg-Köthen seit 2009 bis voraussichtlich 2011 Grabungen durch, im Salzlandkreis wurden die Arbeiten im September 2010 abgeschlossen. Momentan sind im Umfeld von Köthen vier bis fünf Grabungsteams mit jeweils einem Archäologen und zehn bis zwölf Mitarbeitern im Einsatz. Neben großen dörflichen Niederlassungen aus der linienbandkeramischen Zeit und zahlreichen jungsteinzeitlichen Bestattungen decken wir jungbronzezeitliche Landschaften - soweit das Auge reicht - auf. Umwehrte Siedlungen wechseln sich mit Grabhügelfeldern ab. Gänzlich unberaubte Steinkistengräber zeigen, welcher Reichtum hier selbst 3.000 Jahre nach Errichtung der heute im Gelände noch erkennbaren Großsteingräber vorherrschte.

Mit der zukünftigen B 6n könnten wir bald mit dem Auto die für heutige Mobilität unabdingbare Ost-West-Verbindung nutzen und vor allem unsere eigene Geschichte im zentralen Schnittbereich jahrtausendealter Kulturströme erzählen.

 

Kontakt: Dr. Alfred Reichenberger, 0345-5247-312, areichenberger@lda.mk.sachsen-anhalt.de