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Pressemitteilungen : 20.04.2016

»Luther war hier« – Erweiterung der interaktiven Tourismus-Route nach Stolberg

Die untenstehende Pressemitteilung steht Ihnen hier zum Download bereit.

Das Projekt »Luther war hier« vernetzt über 60 Orte in Sachsen-Anhalt, an denen sich Martin Luther tatsächlich aufgehalten hat, aufgehalten haben soll oder mit denen sich Luther-Legenden verbinden. Die Orte werden mit Metall-Plaketten gekennzeichnet, die einen QR-Code tragen. Über ihn lässt sich eine mobile Internetseite öffnen, die Informationen zum jeweiligen Bauwerk und Ereignis bereithält, ergänzt durch Bilder, Zitate und Quellen.

»Luther war hier« ist ein Kooperationsprojekt des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt und der Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt. Das umfangreiche Material wird von Dr. Jan Scheunemann und Kerstin Bullerjahn zusammengetragen, ausgewertet und für die übersichtliche Präsentation aufbereitet. Den Auftakt des Projektes bildete die Anbringung einer Plakette am Schloss Moritzburg in Zeitz durch Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff am 21.10.2015. Die Tourismus-Route wird ständig erweitert. Nun kommen drei Ziele in Stolberg hinzu: die Kirche St. Martini, das Haus in der Rittergasse 7 und die »Lutherbuche«.

In Stolberg war Martin Luther nachweislich am 21. April 1525. Laut einer im späten 19. Jahrhundert entdeckten Rechnung erhielten er und seine Begleiter Fränkischen Wein und Einbecker Bier als Ehrengeschenke des Rates. Anlass und Verlauf seiner Reise liegen allerdings aufgrund der wenigen überlieferten Quellen weitestgehend im Dunklen. Fest steht, dass Luther am 16. April 1525 von Wittenberg in Richtung Eisleben aufbrach, um dort eine evangelische Schule zu gründen. Bei der Fortsetzung seiner Reise, die ihn u.a. auch nach Nordhausen, Seeburg und Weimar führte, geriet er in den Aufstand des »gemeinen Mannes«, der sich von Thüringen her schnell auch auf das Harzgebiet ausbreitete. In der Geschichtsschreibung wird in Zusammenhang mit dieser Reise Luthers auch stets auf den Bauernkrieg verwiesen, dem der Reformator an vielen Orten mit Predigten zu begegnen versuchte. Ob Luther tatsächlich auch in Stolberg gepredigt hat, lässt sich zwar nicht zweifelsfrei beweisen, es erscheint aber durchaus plausibel. Sollte Luther tatsächlich die Kanzel der Martinikirche bestiegen haben, so war sein Versuch, dem Aufbegehren Einhalt zu gebieten, dennoch vergeblich. Wenige Tage nach seiner Abreise erhoben sich Bürger und Bauern. Zuerst wurden Klöster geplündert, Ende April erreichte der Aufstand Stolberg. Graf Botho III. zu Stolberg und Wernigerode musste sich den Aufständischen beugen und die in den »Stolberger Artikeln« formulierten Forderungen anerkennen. Bezeichnenderweise richtete sich der Unmut der Stolberger Bürgerschaft auch gegen die Handelsgeschäfte, die der gräfliche Rentmeister Wilhelm Reiffenstein mit den nahen Bergwerken trieb. Reiffenstein, dessen Haus sich nicht wie bisher angenommen am Markt 4, sondern in der Rittergasse 7 befand, war ein Freund und ferner Verwandter Luthers. Mit ihm unternahm der Reformator – so erzählt es die »Stolbergische Kirchen- und Stadtgeschichte« von Johann Arnold Zeitfuchs (1717) – auf den umliegenden Hügeln einen Spaziergang. Die »Lutherbuche« oberhalb der Stadt trägt eine Holztafel, die von dieser Geschichte berichtet.          

 

 

Projektwebseite:

www.luther-erleben.de/luther-war-hier

 

Kontakt:

Dr. Alfred Reichenberger                                             

Tel. 0345 · 52 47 -312   
areichenberger(at)lda.mk.sachsen-anhalt.de

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