Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt
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: 03.11.2016

Luther war hier

Anbringung von Plaketten am Naumburger Dom, Rathaus sowie am Haus Markt 13 in Naumburg

Die folgende Pressemitteilung steht Ihnen hier als pdf zum Download zur Verfügung.

 

Das Projekt „Luther war hier“, ein Kooperationsprojekt des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt und der Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt, vernetzt über 60 Orte in Sachsen-Anhalt, an denen sich Martin Luther tatsächlich aufgehalten hat oder mit denen sich Luther-Legenden verbinden. Die Orte werden einheitlich mit Metall-Plaketten gekennzeichnet, die einen QR-Code tragen. Über ihn lässt sich eine mobile Internetseite öffnen, die Informationen zum jeweiligen Bauwerk und Ereignis bereithält, ergänzt durch Bilder, Zitate und Quellentexte. Die Tourismus-Route wird ständig erweitert.

Naumburg, seit 1028 Bischofssitz des 968 von Kaiser Otto I. gegründeten Bistums Naumburg-Zeitz, nimmt in der Reformationsgeschichte einen bedeutenden Platz ein. Im hiesigen Dom Sankt Peter und Paul wurde Nikolaus von Amsdorf am 20. Januar 1542 von seinem engen Freund Martin Luther zum ersten evangelischen Bischof geweiht.

Hintergrund für diese Bischofseinsetzung war der Tod des bisherigen Naumburger Bischofs Philipp von Freising am 5. Januar 1941. Ohne Wissen und Zustimmung des die Reformation unterstützenden Kurfürsten Johann Friedrich I. von Sachsen hatte das Domkapitel den papsttreuen Zeitzer Propst und Meißner Domdekan Julius von Pflug zum neuen Bischof gewählt. Dieser trat sein Amt in der mehrheitlich protestantisch gewordenen Stadt Naumburg zunächst aber nicht an. Der Kurfürst erkannte seine Chance, das Bistum konfessionell und politisch seinem territorialen Herrschaftsbereich anzugliedern und drang auf die Einsetzung eines protestantischen Bischofs. Die Wahl fiel auf Amsdorf, der seit 1524 als Superintendent in Magdeburg wirkte. Begleitet von Martin Luther und anderen Wittenberger Theologen traf Amsdorf am 18. Januar 1542 in Naumburg ein. Luther nahm Quartier im Haus der Witwe des Stadtschreibers Ambrosius Dörffer, heute Markt 13. Nachdem die Wahlverhandlungen abgeschlossen waren und die Räte der Städte Naumburg und Zeitz sowie die evangelisch gesinnten Stiftsstände nach anfänglichen Vorbehalten der geplanten Bischofseinsetzungen zugestimmt hatten, begann am Morgen des 20. Januar 1542 im Naumburger Dom die Ordination des weltweit ersten evangelischen Bischofs.

 Neben Kurfürst Johann Friedrich und dessen Bruder Johann Ernst als Schutzfürsten des Bistums nahmen die Stiftsstände, die Ratsherren von Naumburg und Zeitz sowie die evangelischen Geistlichen aus Naumburg an der Weihe teil, die von Martin Luther am Kreuzaltar vor dem Ostlettner vollzogen wurde.

Luther hielt zunächst eine Predigt, in der er auf die Verantwortung und die Aufgaben, aber auch auf die Schwierigkeiten und die Bedrohungen einging, denen sich Amsdorf gegenübersah. Sodann segnete Luther den vor ihm knienden Amsdorf, indem er unter einem Gebet seine Hände auf dessen Haupt legte. Danach wurde der neue Bischof, von Gesängen und Orgelklängen begleitet, in den Chor geführt, wo er auf dem Bischofsstuhl Platz nahm. In den Morgenstunden des 21. Januar 1542 empfing Amsdorf im Rathaus die Huldigung der Naumburger Ratsherren und der gesamten Bürgergemeinde. Danach reiste er mit seinen Wittenberger Freunden nach Zeitz, um in der dortigen Bischofsburg seine Residenz zu beziehen.

Luthers Aufenthalt in Naumburg im Januar 1542 war sein zweiter Besuch in der Saalestadt. Bereits am 4. April 1521 hatte er hier auf seiner Reise zum Wormser Reichstag Station gemacht. Damals übernachtete er im Haus des Bürgermeisters Greßler, heute Markt 3. Eine Gedenktafel erinnert an dieses Ereignis.

 Projektwebseite:

www.luther-erleben.de/luther-war-hier

Kontakt:

Dr. Alfred Reichenberger                                       

Tel. 0345 · 52 47 -312          
areichenberger@lda.mk.sachsen-anhalt.de

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