Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt
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Pressemitteilungen : 21.01.2017

„Here I stand…“ – Lutherausstellungen USA 2016

Ausstellungen in Minneapolis, New York und Atlanta schließen mit überragendem Erfolg

Die folgende Pressemitteilung steht Ihnen hier als pdf zum Download zur Verfügung.

In diesen Tagen gingen in verschiedenen Städten in den USA drei spektakuläre Lutherausstellungen zu Ende. Verwirklicht wurden sie im Rahmen des Projektes „Here I stand…“ mit maßgeblicher Unterstützung des Auswärtigen Amts und in fruchtbarer Zusammenarbeit mit drei amerikanischen Partnerinstitutionen. Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier übernahm die Schirmherrschaft über das Gesamtprojekt, das in Kooperation zwischen dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt / Landesmuseum für Vorgeschichte (federführend), der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt, dem Deutschen Historischen Museum Berlin und der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha organisiert und durchgeführt wurde. 26 weitere Institutionen, darunter Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Museen, Archive und Bibliotheken, unterstützten das Projekt als Leihgeber. Sie alle machten in einmaliger Weise ihre Bestände zugänglich.

Insgesamt haben rund 195.000 Besucher die Ausstellungen in New York, Minneapolis und Atlanta gesehen.

Schon zum Zeitpunkt der feierlichen Eröffnung der Ausstellung „Martin Luther: Art and the Reformation“ im Minneapolis Institute of Art (Mia) am 29. Oktober 2016, an der der Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt Michael Roth sowie der Kulturstaatssekretär des Landes Sachsen-Anhalt Dr. Gunnar Schellenberger teilnahmen, zeichnete sich ab, dass die bislang umfangreichste Schau zu Martin Luther in den Vereinigten Staaten von außerordentlichem Erfolg gekrönt sein würde. 20.000 Eintrittskarten waren bereits vor Beginn der Ausstellung verkauft. Während der Laufzeit der Schau war die Nachfrage nach Eintrittskarten so groß, dass das Museum vor einem ungewöhnlichen Problem stand:
Der Kartenverkauf für die Zeitfenster zum Einlass in die Ausstellung konnte nicht in dem Maße erfolgen, in dem Nachfrage daran bestand. Als Konsequenz führte das Minneapolis Institute of Art erstmals in seiner Geschichte eine Montags-Öffnung der Sonderausstellung ein.

Bis zum Ende der Ausstellung nahmen 111.000 Besucher die Chance wahr, die bislang umfangreichste Luther-Ausstellung in den Vereinigten Staaten zu sehen. Damit ist „Martin Luther: Art and the Reformation“ die zweiterfolgreichste Ausstellung am Mia innerhalb der letzten 15 Jahre. Ebenfalls ein Zeichen für die überwältigend positive Aufnahme der Ausstellung durch das Publikum, das der Thematik und den Kulturschätzen aus dem Geburtsland der Reformation ein erhebliches und überdurchschnittliches Interesse entgegenbrachte, ist die Tatsache, dass die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in der Ausstellung zwei Stunden betrug. Der Besucheransturm gab den deutschen und amerikanischen Ausstellungsmachern Recht in der Erwartung, dass eine Ausstellung zum Leben und Wirken Martin Luthers gerade im Mittleren Westen der USA mit seinem großen lutherisch geprägten Bevölkerungsanteil auf das Interesse zahlloser Besucher stoßen würde.

Die umfassende kunst- und kulturhistorische Hauptausstellung im Rahmen des Projektes „Here I stand…“ vereinte auf ca. 1.000 m² etwa 300 Exponate und Exponatgruppen, die in acht Räumen einen einzigartigen Rundgang durch Martin Luthers Leben und Werk ermöglichten. Die Schau führte den Besucher von der Kindheit Luthers im Mansfelder Land bis zum Tod des Reformators und seiner frühen Memoria. Mit Hilfe einer einzigartigen Bandbreite an Exponaten, vom archäologischen Fund bis hin zum raumgreifenden Kunstwerk, erhielt der Besucher daneben Einblicke in den kulturhistorischen Kontext des 16. Jahrhunderts. Besondere Highlights der Ausstellung waren beispielsweise Kinderspielzeug aus Martin Luthers Elternhaus in Mansfeld (Landesmuseum für Vorgeschichte), das Pilgergewand Kaiser Maximilians I. (Stiftung Schloss Friedenstein Gotha), die Luther zugeschriebene Kutte eines Augustinermönches aus Wittenberg (Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt), die Kanzel aus der Andreaskirche Eisleben, auf der der Reformator kurz vor seinem Tod seine letzte Predigt hielt (Evangelische Kirchengemeinde St. Andreas-Nicolai-Petri, Lutherstadt Eisleben), Mobiliar aus der Wittenberger Lutherstube (Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt), prunkvolle Haushaltsgegenstände Luthers aus Wittenberg (Landesmuseum für Vorgeschichte), der Gothaer Tafelaltar (Stiftung Schloss Friedenstein Gotha), die Prunkhelme Kaiser Karls V. und seines außenpolitischen Gegenspielers Franz‘ I. (Deutsches Historisches Museum), zahlreiche Cranach-Gemälde u. v. m.

Die Ausstellung „Law and Grace: Martin Luther, Lucas Cranach, and the Promise of Salvation“ an der Pitts Theology Library der Candler School of Theology an der Emory University in Atlanta, die mit Unterstützung der The Halle Foundation realisiert wurde und u. a. durch den Deutschen Generalkonsul in Atlanta Detlev Ruenger eröffnet wurde, zählte insgesamt ca. 3.500 Besucher. Die kleine Kabinettausstellung in der Galerie der theologischen Bibliothek, die mit der bedeutenden Kesser Reformation Collection selbst über die vermutlich umfangreichste Sammlung früher gedruckter Lutherschriften in den USA verfügt, war damit ebenfalls ein großer Erfolg.

Im Mittelpunkt der Schau stand das Gemälde „Gesetz und Gnade“ von Lucas Cranach d. J. (Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt). Seine Ikonographie wurde mit Hilfe zahlreicher eigener Werke der Pitts Theology Library sowie ausgewählter Originalexponate aus Deutschland – unterstützt durch effektiv eingesetzte Grafiken und Reproduktionen – für jedermann anschaulich erläutert.

Ebenfalls äußerst erfolgreich war die Ausstellung „Word and Image: Martin Luther’s Reformation“ an The Morgan Library & Museum in New York, die mit Hilfe einzigartiger Originaldokumente und ausgewählter, hochkarätiger Kunstwerke die Ereignisse im Leben Martin Luthers in den Mittelpunkt stellte, die für die beginnende Reformation von besonderer Bedeutung waren. An einer exklusiven Ausstellungsvorschau kurz vor der Eröffnung, zu der im kleinen Rahmen vier ausgewählte Exponate präsentiert wurden, nahm Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier als Schirmherr persönlich teil. Die Schatzkammerausstellung konnte bis zu ihrem Ende insgesamt 80.000 Besucher verzeichnen. Besondere Highlights der New Yorker Schau waren der Brief Martin Luthers an Kaiser Karl V. vom 28. April 1521 (Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt), die Skulpturen „Adam und Eva“ von Conrad Meit (Stiftung Schloss Friedenstein Gotha) und das Wormser Edikt, mit dem Kaiser Karl V. die Reichsacht über Luther verhängte (Deutsches Historisches Museum).

Mit den drei einander inhaltlich ergänzenden Ausstellungen, in denen die meisten Exponate zum ersten Mal in den USA gezeigt wurden, gelang es, Aufmerksamkeit auf das Geburtsland der Reformation zu lenken und gleichzeitig auf das Reformationsjubiläum einzustimmen. Das große Medienecho in den USA und Deutschland ist ein beredter Beleg dafür.

Um die einzigartige Kombination der in allen drei Ausstellungen gezeigten Exponate für die Zukunft zu dokumentieren und auch dem deutschen Publikum zugänglich zu machen wurde ein Katalog aller in den USA gezeigten Objekte nicht nur in englischer Sprache, sondern auch auf Deutsch veröffentlicht. Dieser wird durch einen reichhaltigen Essayband ergänzt, für den 50 Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen als Autoren gewonnen werden konnten. Beide Bücher erschienen im Oktober 2016 im Sandstein Verlag Dresden und sind sowohl einzeln als auch im Schuber erhältlich. Bereits jetzt, noch zu Anfang des eigentlichen Reformationsjubiläums, wurden rund zwei Drittel der Schuber verkauft.

Aktuelles zur Digital- und Downloadausstellung #HereIstand

Ergänzend zu den musealen Präsentationen wurde die digitale Ausstellung „#HereIstand. Martin Luther, die Reformation und die Folgen“ realisiert. Sie ist nicht nur online für jedermann abrufbar, sondern richtet sich in Form von 30 downloadbaren Postern zum Selbst-Ausdrucken insbesondere an Kirchgemeinden, Schulen und andere Bildungsträger in aller Welt und ist derzeit in deutscher und englischer Sprache verfügbar. So kann jede Institution per Mausklick eine Ausstellung in den eigenen Räumlichkeiten realisieren. Die deutsche Sprachfassung kann zudem als fertiger Postersatz bestellt werden. Dieses Angebot wurde bislang ca. 600 Mal in Anspruch genommen. Die Besteller stammen aus 31 Ländern in Europa und darüber hinaus, so z. B. aus Japan, Äthiopien, Togo, Kenia oder Peru. Zudem wurden bereits weit über 6000 Posterpakete per Download von der Website abgerufen. Übersetzungen in weitere Sprachen sind geplant, daneben kann die Posterausstellung in Kürze in Form von Templates Interessierten auch zur Erstellung weiterer Sprachfassungen zur Verfügung gestellt werden. Als besonderes Highlight enthält die Ausstellung auch 3D-eingescannte Museumsobjekte. Diese können im Internet betrachtet werden, lassen sich aber, wie die Poster, auch herunterladen und im 3D-Drucker ausdrucken.

Nähere Informationen sind unter www.here-i-stand.com erhältlich.

Die Begleitpublikation zu „Here I stand…“ kann beim Sandstein Verlag Dresden bezogen werden.

Essayband
ca. 500 Seiten
etwa 250 Abb., farbig und sw
30 x 24,5 cm, Festeinband
ISBN 978-3-95498-222-6
38,-€

Katalog
ca. 500 Seiten
etwa 550 Abb., farbig und sw
30 x 24,5 cm, Festeinband
ISBN 978-3-95498-211-9
38,-€

Beide Bände im Schuber
ISBN 978-3-95498-231-8
68,-€

 

Pressekontakte

Dr. Alfred Reichenberger
Stellvertretender Landesarchäologe/
Leiter der Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 0345 · 52 47 312
areichenberger(at)lda.mk.sachsen-anhalt.de

Dr. Tomoko Elisabeth Emmerling
Projektleiterin “Here I stand…”
Tel. 0345 · 29 84 98 88
temmerling(at)lda.mk.sachsen-anhalt.de

Landesamt für Denkmalpflege und
Archäologie Sachsen-Anhalt –
Landesmuseum für Vorgeschichte
Richard-Wagner-Str. 9
06114 Halle (Saale)
www.lda-lsa.de

 

Boris Nitzsche
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 030 - 20304 - 410
Fax 030 - 20304 - 412
nitzsche(at)dhm.de

Deutsches Historisches Museum
Unter den Linden 2
10117 Berlin
www.dhm.de

 

Florian Trott
Leitung Kommunikation und Vermittlung
Tel. 034 91 - 420 31 27
Fax 034 91 - 420 32 70
florian.trott(at)martinluther.de

Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt
Collegienstraße 54
06886 Lutherstadt Wittenberg
www.martinluther.de

 

Marco Karthe
Stellv. Direktor Kommunikation und Bildung
Tel. 03621 – 8234 - 582
karthe(at)stiftung-friedenstein.de

Stiftung Schloss Friedenstein Gotha
PF 10 03 19
99853 Gotha
www.stiftung-friedenstein.de

 

Pressereferat Auswärtiges Amt
Tel. 030-5000-2056
Fax 030-5000-52056
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