Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt
Landesmuseum für Vorgeschichte
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Allgemeines : 04.05.2017

Stendal – Das älteste Kaufhaus nördlich der Alpen

Zu den Ausgrabungen in Stendal ist ein aktueller Flyer erschienen. Sie können ihn hier herunterladen.

Im Zuge der Neugestaltung des Stendaler Marktplatzes führte das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt zusammen mit der Hansestadt Stendal und dem Landkreis Stendal archäologische Grabungen durch; die Arbeiten wurden zusätzlich durch eine Flüchtlingsintegrationsmaßnahme unterstützt.

Um das Jahr 1160 stellte Markgraf Albrecht der Bär das Privileg zur Gründung einer Marktsiedlung in Stendal aus: zunächst ein von Gräben eingefasster Marktplatz mit einfachen Verkaufständen.Wenig später entstanden ein Kaufhausbau und hölzerne Marktbuden. Im 14. Jh. wichen die Buden dann einer 50–60 m langen Markthalle. Die archäologischen Schichten spiegeln das mittelalterliche Marktgeschehen in herausragender Weise wider: Textilprodukte und Lederwaren wurden verarbeitet und gehandelt, Knochen- und Beingerätschaften sowie Holzgefäße hergestellt, Blei und Silber geschmolzen, Knochensplitterkonzentrationen zeigen Fleischbänke an, organische Verdichtungen belegen die Standorte von Vieh, Importwaren bezeugen ein weit reichendes Handelsnetz und vieles mehr.

Informationen zu weiteren Ausgrabungen finden Sie hier.