Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt
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Pressemitteilungen : 21.09.2017

Auf Luthers Spuren durch das Ursprungsland der Reformation - Buchvorstellung

»Luther war hier. Reisen mit Luther durch Sachsen-Anhalt« und »Luthergeschichten aus Sachsen-Anhalt«

Die folgende Pressemitteilung steht Ihnen hier als PDF zum Download zur Verfügung.

Das Projekt »Luther war hier«

Sachsen-Anhalt gilt zu Recht als Ursprungsland der Reformation. Die drei Städte Eisleben, Mansfeld und Wittenberg sind aufs Engste mit dem Leben und Wirken Martin Luthers verbunden: Eisleben als Geburts- und Sterbeort des Reformators, Mansfeld als der Ort seiner Kindheit und Wittenberg als Wirkungsstätte über mehr als 35 Jahre. Doch auch zahlreiche weitere Orte im heutigen Sachsen-Anhalt sind eng mit dem Leben und Wirken Martin Luthers verknüpft. Um auf all die Orte aufmerksam zu machen, an denen der Reformator sich tatsächlich aufgehalten hat, sich aufgehalten haben soll, oder mit denen sich Luther-Legenden verbinden, wurde aus Anlass des Reformationsjubiläums das Projekt „Luther war hier“ ins Leben gerufen. Es wurde zwischen April 2014 und August 2017 als Kooperation des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt und der Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbh durchgeführt.

Im Rahmen des Projektes wurden über 70 Orte zusammengetragen, die einen tatsächlichen oder legendenhaften Bezug zu Martin Luther aufweisen. Die Liste der auf diese Weise erschlossenen Luther-Orte umfasst beispielsweise Klöster, die er als Distriktsvikar aufsuchte, Kirchen, in denen er predigte, Häuser, in denen er auf seinen Reisen übernachtete, und Schlösser, in denen er Fürsten geistlichen Beistand spendete. Um Steine und Bäume wie den Lutherstein in der Dübener Heide ranken sich Legenden. Andere Orte sind mit Luthers polemischen Äußerungen gegen die Juden verbunden, so etwa die „Kalte Stelle“ bei Unterrißdorf.

Die erschlossenen Luther-Orte wurden einheitlich mit eigens durch den Gestalter Malte Westphalen (Halle) entworfenen Metallplaketten und Plakaten gekennzeichnet. Über einen auf der Metallplakette aufgedruckten QR-Code lässt sich eine mobile Website öffnen, die Informationen zum jeweiligen Bauwerk bzw. Ort und zu dem damit verbundenen Ereignis in Luthers Leben bereithält, ergänzt durch Bilder, Zitate und Quellen. So ermöglicht die Website allen Interessierten ein vertieftes und aktives Erleben der geschichtsträchtigen Orte und verknüpft sie zu einer Reiseroute, die auf Luthers Spuren durch Sachsen-Anhalt führt.

Neben der Website brachte das Projekt „Luther war hier“ auch zwei Publikationen hervor, die auf unterschiedliche Weise zur Entdeckungsreise durch Sachsen-Anhalt als Ursprungsland der Reformation auch nach 2017 einladen. Anlässlich der heutigen Buchvorstellung in Wittenberg sagte Staats- und Kulturminister Rainer Robra: „Beide Bände sind ausgezeichnete Werbeträger. Sie zeigen Sachsen-Anhalt von seiner besten Seite und geben einen informativen Überblick über die Lutherstätten und -orte im Ursprungsland der Reformation. Auf den Spuren Martin Luthers können Land, Leute und wichtige Orte der Reformationsgeschichte erkundet werden.“

 

»Luther war hier. Reisen mit Luther durch Sachsen-Anhalt«

Der reich bebilderte Band im Taschenbuchformat stellt 72 Luther-Orte in 39 Städten und Gemeinden vor. Die kurzen, informativen Texte sind alphabetisch nach Ortsnamen geordnet: von A wie Annaburg, das mit Schloss, Pfarrhaus und evangelischer Stadtkirche dreifach mit Luther verbunden ist, bis Zerbst, wo das ehemalige Augustinerkloster und die Kirche St. Nicolai die vielfältigen Beziehungen zwischen Luther und der Stadt Zerbst enthüllen. Die Publikation verdeutlicht die ganze Bandbreite der Luther-Orte in Sachsen-Anhalt: Die bekanntesten Stätten sind ebenso vertreten wie die zahlreichen bislang weniger bekannten Orte, mit denen Geschichten, Episoden und Ereignisse in Luthers Leben verknüpft sind.

Die herausragenden Fotografien der Luther-Orte wurden größtenteils eigens im Rahmen des Projektes „Luther war hier“ durch die Fotografen Juraj Lipták und Mark Ritchie angefertigt.

Die Vorstellung der Orte in Wort und Bild wird durch Literaturempfehlungen zur weiterführenden Vertiefung ergänzt. In Art eines Reiseführers weist daneben jeder Eintrag auch Adress- und Kontaktdaten sowie Webadressen der jeweiligen Kirchgemeinden, Museen und Stadtverwaltungen auf. Mit diesen Informationen, den qualitätsvollen Illustrationen, dem handlichen Format sowie den reichhaltigen und zugleich allgemeinverständlichen Informationstexten ist das Buch ein idealer Reisebegleiter, um auf Luthers Spuren bekannte und weniger bekannte Stätten im Ursprungsland der Reformation aufzusuchen.

Der Reiseführer „Luther war hier. Reisen mit Luther durch Sachsen-Anhalt“ kann bei der Landeszentrale für politische Bildung des Landes Sachsen-Anhalt (Leiterstraße 2, 39104 Magdeburg, Tel.:  0391 567 64 63) bezogen werden (solange der Vorrat reicht).

 

Luther war hier. Reisen mit Luther durch
Sachsen-Anhalt
Von Jan Scheunemann und Kerstin Bullerjahn
Herausgegeben von Harald Meller und Alfred Reichenberger
Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie
Sachsen-Anhalt, Halle (Saale) 2017
336 Seiten, ca. 215 farbige Abbildungen
Softcover, 21 x 13 cm

  

»Luthergeschichten aus Sachsen-Anhalt«

Mit Unterstützung der Staatskanzlei / Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt wurde zudem mit „Luthergeschichten aus Sachsen-Anhalt“ ein großformatiger und opulent bebilderter Band realisiert. Er stellt 69 Stätten an 36 Orten vor, die mit Martin Luther verbunden sind, sei es, dass Luther sich tatsächlich dort aufhielt oder sich mit ihnen entsprechende Legenden verknüpfen. 15 Autoren, größtenteils Mitarbeiter des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt und Spezialisten für die vorgestellten Denkmale oder die Reformationsgeschichte, trugen zum Entstehen der Publikation bei und verfassten die wissenschaftlich fundierten, zugleich allgemein verständlichen Texte.

In seinem Aufbau setzt der Band ein neuartiges Konzept um: Die Orte werden in chronologischer Reihung, der Biographie Martin Luthers folgend, vorgestellt. Acht Kapitel stellen Luthers Leben und Wirken anschaulich und facettenreich dar, führen aber auch in die Geschichte der Reformation zu seinen Lebzeiten ein. So folgt das Buch Luther von seiner Kindheit in Eisleben, Mansfeld und Magdeburg über seine Zeit als Augustinermönch, Distriktvikar und Wittenberger Bibelprofessor bis hin zur Veröffentlichung der 95 Thesen. Luthers Wirken als Prediger und Reformator inner- und außerhalb Wittenbergs wird ebenso dargestellt wie seine Reisen in das Gebiet des Bauernkriegs. Leserinnen und Leser werden mit Luthers Verhältnis zu den Fürsten und der Reformation als Territorialpolitik ebenso vertraut gemacht wie mit Luthers letzten Reisen, seinem Sterben und Tod.

Dabei halten sich informative und zugleich allgemeinverständliche Texte zu den einzelnen Stätten sowie ergänzende Informationen die Waage mit hochwertigen, großformatigen Fotografien von Juraj Lipták und Mark Ritchie. Sie machen das Buch zu einem regelrechten Prachtband und bilden zahlreiche Denkmale erstmals nach deren aufwendiger Restaurierung im Vorfeld des Reformationsjubiläums ab.

So vermittelt das Buch nicht nur auf lebendige Weise Wissen zur Biographie des Reformators und zu den bekannten und weniger bekannten Luther-Orten in Sachsen-Anhalt, sondern lädt auch dazu ein, Luthers Lebensweg anhand der existierenden Stätten nachzuspüren und das Ursprungsland der Reformation auf den Spuren Luthers zu erkunden.

Die Publikation „Luthergeschichten aus Sachsen-Anhalt“ ist zum Preis von 39,90 € beim Verlag Beier & Beran (Tel.: 037603 / 3688; verlagbeier(at)aol.com) und im Buchhandelt erhältlich.

 

Luthergeschichten aus Sachsen-Anhalt
Hrsg. von Harald Meller & Alfred Reichenberger
Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Halle (Saale) 2017
336 Seiten, komplett farbig bebildert; Festeinband
30,5 x 25,0 cm
ISBN 978-3-944507-50-7
Preis: 39,90 €

 

Kontakt:

Dr. Alfred Reichenberger                                                     

Tel. 0345 · 52 47 -312          
areichenberger@lda.stk.sachsen-anhalt.de

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