Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt
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Allgemeines : 13.10.2017

Die archäologische Grabung im Lödderitzer Forst

Den aktuellen Flyer zu den Ausgrabungen im Lödderitzer Forst können Sie hier herunterladen.

In den Jahren 2010 und 2011 erfolgten anlässlich der größten Deichrückverlegungsmaßnahme Deutschlands archäologische Grabungen entlang der insgesamt 7 km langen künftigen Deichtrasse im Lödderitzer Forst. Über die ur- und frühgeschichtliche Besiedlung dieses Gebiets war bis dahin wenig bekannt. Umso überraschender war die Existenz von gleich zwei früheisenzeitlichen Siedlungsplätzen aus dem 8. Jahrhundert v. Chr. Die Fundstelle am südöstlichen Trassenende zeichnete sich durch ein außergewöhnliches Gefäßdepot aus, wie es bislang nur aus der Lausitzer Kultur weiter östlich bekannt war. Der Siedlungsplatz weiter nordwestlich erbrachte neben dem Nachweis frühester Eisenerzsammlung auch eine große, verziegelte Kochgrube. Diese Gruben werden anhand experimentalarchäologischer Versuche als Relikt eines besonderen Festmahls gedeutet. Weiter im Trassenverlauf wurde ein Teil einer einzigartigen Dorfwüstung des Dreißigjährigen Krieges erfasst – die bislang bekannten Wüstungen stammen aus dem Mittelalter (v. a. 14./15. Jahrhundert) – sowie die Reste einer frühneuzeitlichen Plantage und eines Wege-/Brückensystems des 17. Jahrhunderts.

Informationen zu weiteren Ausgrabungen finden Sie hier.