„Kulturgeschichten aus Sachsen-Anhalt“
Neue Publikation würdigt den kulturellen Reichtum des Landes
Die folgende Pressemitteilung steht hier als PDF zum Download bereit.
Sachsen-Anhalt ist eines der an Kulturdenkmalen reichsten Bundesländer in Deutschland. Mit seinen unzähligen Baudenkmalen – Kirchen, Burgen, Schlössern und Herrenhäusern, aber auch technischen Bauwerken, Gärten und Parks – und archäologischen Fundstellen sucht es in ganz Mitteleuropa seinesgleichen. So liegen mit Quedlinburg, den Luthergedenkstätten in Wittenberg und Eisleben, dem Bauhaus in Dessau und dem Gartenreich Dessau-Wörlitz allein vier UNESCO-Welterbestätten im Gebiet Sachsen-Anhalts, und auch die in den letzten Jahren geschaffenen, über die Landesgrenzen hinaus bekannten Tourismusrouten Blaues Band, Gartenträume, Straße der Romanik und Himmelswege spiegeln diesen kulturellen Reichtum wider.
Mit „Kulturgeschichten aus Sachsen-Anhalt“ erscheint nun eine neue Publikation, die in Wort und Bild einen eindrucksvollen Einblick in dieses facettenreiche kulturelle Erbe ermöglicht. 66 Autoren haben zum Entstehen des nahezu 400 Seiten umfassenden Bandes beigetragen, der rund 120 Denkmale an 77 Orten vorstellt. Durch das Buch zieht sich die Grundidee, die Denkmale mit wichtigen historischen Persönlichkeiten, Ereignissen oder Entwicklungen oder auch mit sagenhaften Gestalten zu verbinden. "In Sachsen-Anhalt schlägt das Herz der europäischen Kultur. Anhand des reichen Bestandes an wertvollen Kulturdenkmälern von internationalem Rang sind die wichtigsten Zäsuren der abendländischen Geschichte sicht- und erlebbar. Durch die Verbindung dieser Denkmäler mit Personen ist es dem Band gelungen, diese Denkmäler auch mit Leben zu erfüllen. Es ist ein fotografisch und textlich höchst anspruchsvolles Buch entstanden, für das ich den Herausgebern und den Autoren herzlich danke", so Wirtschaftsminister Dr. Reiner Haseloff. Ähnlich äußert sich Kultusstaatssekretär Dr. Valentin Gramlich: „Diese Kulturgeschichten vermitteln dem Leser in faszinierend anschaulicher und unterhaltsamer Weise Bekanntes, Amüsantes, Interessantes und bisweilen Skurriles über die Geschichte des Landes Sachsen-Anhalt. Eine ausdrücklich zu empfehlende Lektüre.“
Die große Bedeutung Sachsen-Anhalts in kulturgeschichtlicher Hinsicht belegt etwa die Rolle Johann Wolfgang von Goethes beim Neubau des Theaters in Bad Lauchstädt, den festen Platz des Landes in der Musikgeschichte bezeugen Georg Friedrich Händels Beziehungen zu seiner Geburtsstadt Halle, das Köthener Schloss, in dem Johann Sebastian Bach Werke von Weltrang schuf, sowie das Weißenfelser Schloss Neu-Augustusburg, die Wirkstätte des Barockkomponisten Johann Philipp Krieger. Für die bedeutende Entwicklung von Landwirtschaft und Industrie im 19. Jahrhundert stehen u. a. die Erfolge von Matthias Christian Rabbethge in seiner Klein Wanzlebener Zuckerrübenzucht und Johann Gottfried Boltzes florierendes Unternehmen in Salzmünde, das auch in sozialgeschichtlicher Hinsicht wegweisend war. Sachsen-Anhalt als Schauplatz von Ereignissen mit europageschichtlicher Bedeutung wird in den Beiträgen zu den Schlachtfeldern von Lützen, wo Schwedenkönig Gustav II. Adolf 1632 seinen Tod fand, und Hassenhausen, dem eigentlichen Austragungsort der Schlacht von Jena und Auerstedt 1806, gewürdigt. Überregional, wenn nicht sogar weltweit bekannt, sind daneben etwa Magdeburg und sein Aufstieg zum „Konstantinopel des Nordens“ unter König Otto dem Großen, der sich noch heute in dem gotischen Dom der Elbestadt widerspiegelt, die Stifterfigur der Uta von Ballenstedt im Naumburger Dom – die „schönste Frau des deutschen Mittelalters“ –, der in Stendal geborene Begründer der klassischen Archäologie Johann Joachim Winckelmann oder der aus Röcken stammende Friedrich Nietzsche. Wer außer wenigen Eingeweihten aber ahnte bisher, dass Nietzsche als Internatsschüler wegen Trunkenheit einen Eintrag in das Synodalstrafbuch der Landesschule Pforta erhielt oder dass die Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt einen Band des Logbuchs von Captain James Cooks zweiter Weltumsegelung verwahrt? Wem ist bewusst, dass sich mit dem Naumann-Museum in Köthen das Mekka der Vogelkundler befindet, dass im Merseburger Domschatz die mumifizierte, in der Schlacht an der Elster abgeschlagene Schwurhand des Gegenkönigs Rudolf von Rheinfelden aufbewahrt wird, dass das aus dem 13. Jahrhundert stammende Dorfkirchlein von Schmirma expressionistische Deckenmalereien von Karl Völker birgt, dass das Vorbild für Theodor Fontanes Romanfigur Effi Briest in Zerben im Jerichower Land aufwuchs und Zarin Katharina die Große von Russland als Prinzessin Sophie Friederike einen Teil ihrer Kindheit in Schloss Zerbst in Anhalt verbrachte?
Von all dem und noch viel mehr erzählen die „Kulturgeschichten“. Herausragende Fotografien, die fast alle von Juraj Lipták eigens für diesen Zweck erstellt wurden, hauchen ihnen Leben ein und machen die Publikation zu einem regelrechten „Prachtband“.
So wecken die facettenreiche Auswahl der Monumente, die unterhaltsamen und dennoch informativen Texte sowie nicht zuletzt die herausragende Bebilderung die Neugierde des Lesers und laden ihn zur persönlichen Erkundung des kulturellen Reichtums Sachsen-Anhalts ein.
Die Realisierung der Publikation wurde ermöglicht durch die Unterstützung des Ministeriums für Wirtschaft und Arbeit des Landes Sachsen-Anhalt sowie nicht zuletzt durch das großzügige finanzielle Engagement der Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH, ohne das die hochwertigen Fotografien nicht hätten erstellt werden können.
Das Buch „Kulturgeschichten aus Sachsen-Anhalt“ ist zum Preis von 39,90 Euro im Museumsshop des Landesmuseums für Vorgeschichte Halle (Tel.: 0345 / 52 47 -368; musshopping(at)lda.mk.sachsen-anhalt.de), im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt (Frau Kuhlow, Tel.: 0345 / 52 47 -332, hkuhlow@lda.mk.sachsen-anhalt.de) und über den Buchhandel erhältlich.
Kulturgeschichten aus Sachsen-Anhalt
Herausgegeben von Harald Meller und Alfred Reichenberger
Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Halle (Saale) 2011
392 Seiten, zahlreiche Farbtafeln
ISBN: 978-3-939414-57-5
Preis: 39,90 €
Kontakt:
Dr. Alfred Reichenberger
Tel.: 0345 / 52 47 -312
areichenberger@lda.mk.sachsen-anhalt.de
Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt – Landesmuseum für Vorgeschichte
Richard-Wagner-Str. 9
06114 Halle (Saale)
