Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt
Landesmuseum für Vorgeschichte
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Monumentale Erdwerke der Trichterbecherkultur in Sachsen-Anhalt

Kooperationsprojekt
Institut für Prähistorische Archäologie der Freien Universität Berlin /
Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt

Gegenstand des Projektes, das vom Institut für Prähistorische Archäologie der Freien Universität Berlin (FUB) und dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt (LDA) in Kooperation durchgeführt wird, ist die Untersuchung monumentaler, d.h. über 8 Hektar großer Erdwerke des 4. Jahrtausends v. Chr. im Mittelelbe-Saale-Gebiet. Erforscht werden sollen die Struktur der Erdwerke sowie deren politische, religiöse, wirtschaftliche und fortifikatorische Bedeutung innerhalb der Siedlungsgebiete. Auch stellt sich die Frage, welche äußeren und inneren Faktoren die Errichtung derartig aufwändiger Anlagen bewirkten, deren Bau 100.000 und mehr Arbeitsstunden beanspruchte.

Luftbild Altbrandsleben
Luftbild des Grabenwerkes von Altbrandsleben (Foto: R. Schwarz, LDA)
Grabenprofil
Profil des inneren Grabens (Foto und Montage: S. Suhrbier, FUB)

Ausgangspunkte der Untersuchungen bilden Luftbildbefunde des LDA, unter denen sich 40 monumentale Erdwerke mit Einzel- oder Doppelgraben befinden. Die Sondagen finden alljährlich als Lehrgrabungen der FUB statt und werden vom LDA logistisch unterstützt und vorbereitet (siehe künftig auch www.fu-berlin.de/praehist).

Die erste Untersuchung eines solchen monumentalen Erdwerkes fand im April 2008 in der Anlage von Altbrandsleben (Ldkr. Börde) statt. Es handelt sich um ein Doppelgrabenwerk mit ovalem, hinsichtlich der Längen- und Breitenausdehnung beinahe kreisförmigem Grundriss, das einen Durchmesser von 440 m besitzt und eine Fläche von 15 Hektar einnimmt. Eine kleine Sondagegrabung zeigte, dass die Gräben 5 m breit waren und der innere noch 2,10 m, der äußere 1,80 m tief in den Boden reichte. Das wenige aus den Gräben geborgene Fundmaterial lässt derzeit noch keine sichere Beurteilung der Zeitstellung und kulturellen Zugehörigkeit der Befestigung zu. Hier kann ein aus einem der beiden Gräben gewonnenes Holzkohlefragment zumindest zur Klärung des Alters beitragen. Weitere Informationen erhofft man sich nach der Fortsetzung der Grabungen im kommenden Jahr.