Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt
Landesmuseum für Vorgeschichte
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Projekt "Ernestinisches Wittenberg"

Kooperationsprojekt
Stiftung LEUCOREA
der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg /
Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie

Heutiges Portal des Leucorea-Areals von der Collegienstraße her, in den 1960er-Jahren versetzt vom Haus Markt 3. Foto: I. C. Hennen
Heutiges Portal des Leucorea-Areals von der Collegienstraße her, in den 1960er-Jahren versetzt vom Haus Markt 3. Foto: I. C. Hennen

Das ernestinische Wittenberg: Universität und Stadt (1486-1547) Wittenberg im Reformationsjahrhundert

Das 16. Jahrhundert war in vielerlei Hinsicht eine aufregende Zeit für Wittenberg. Die Errichtung der kurfürstlichen Residenz und die 1502 vollzogene Gründung der Universität durch Friedrich den Weisen, die von dort ausgehende Reformation und ihre nachfolgende Ausstrahlung veränderten die Stadt und ihre Einwohnerschaft: Wittenberg gewann weltgeschichtliche Bedeutung. Die Quellenüberlieferung aus dieser Zeit ist, was Archivalien und archäologische Zeugnisse betrifft, hervorragend; der Aufarbeitungsstand jedoch begrenzt.

Im März 2009 wurde deshalb an der LEUCOREA Wittenberg, Stiftung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, das Projekt „Ernestinisches Wittenberg“ begonnen. Innerhalb dieses Projektes sollen die Veränderungen, welche die Stadt Wittenberg im Zuge jener Umbrüche erlebte, anhand bisher nicht ausgewerteter Schriftquellen, bildlicher Darstellungen, archäologischer, kunst- und bauhistorischer Zeugnisse in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit erforscht werden. Das zunächst auf drei Jahre angelegte Projekt, das von der Stiftung LEUCOREA, der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, der Universität Leipzig und der Technischen Universität Berlin getragen wird, ist mittlerweile in die Verlängerung gegangen und findet unter dem Titel „Wittenberg im Reformationsjahrhundert“ seine Fortsetzung. Der ungehobene Quellenschatz ist riesig, und im Zuge der sog. Lutherdekade ist das Interesse an dieser Thematik und an Wittenberg besonders groß.

Neben zweijährlich stattfindenden Kolloquien (2009, 2011, 2013 in Vorb.) und einer jeweils zeitnah folgenden Publikation der Forschungsergebnisse (Wittenberg-Forschungen Bd. 1/2011, Bd. 2/2012 in Vorb.) veranstaltet die Arbeitsgruppe in etwa monatlichem Rhythmus öffentliche Abendvorträge für das interessierte Wittenberger Publikum. Gleichzeitig steht sie als Ansprechpartner für aktuelle Wittenberger Bauprojekte, die Eingriffe in alte Bausubstanz bedeuten, zur Verfügung.

Aufgrund der großen thematischen Verflechtung des „Ernestinischen Wittenberg“ mit der „Lutherarchäologie“ des LDA besteht seit 2010 eine Kooperation zwischen beiden Projekten, die einen engen fachlichen Austausch gewährleistet und bereits in mehrere gemeinsame Veranstaltungen mündete.

Weiterführende Informationen zum Projekt

 

Humanistische Inschrift im 2. OG des Hauses Markt 3 aus dem späten 16. Jahrhundert. Zustand 2009. Foto: I. C. Hennen
Humanistische Inschrift im 2. OG des Hauses Markt 3 aus dem späten 16. Jahrhundert. Zustand 2009. Foto: I. C. Hennen
Dachziegel (Oberdächler) aus dem Bereich des Vorschlosses, Schlossstraße 14/15. Foto: R. Kluttig-Altmann (LDA)
Dachziegel (Oberdächler) aus dem Bereich des Vorschlosses, Schlossstraße 14/15. Foto: R. Kluttig-Altmann (LDA)
Frühneuzeitlicher Zieglerdeckel aus dem Kontext einer Heizung oder eines Herdes von der Collegienstr. 58/59. Foto: M. Jung (LDA)
Frühneuzeitlicher Zieglerdeckel aus dem Kontext einer Heizung oder eines Herdes von der Collegienstr. 58/59. Foto: M. Jung (LDA)
„Begleitende“ bauhistorische Notdokumentation eines Hinterhofgebäudes aus dem 16. Jahrhundert von Schlossstraße 10 während des Abbruchs 2009. Foto: I.C. Hennen
„Begleitende“ bauhistorische Notdokumentation eines Hinterhofgebäudes aus dem 16. Jahrhundert von Schlossstraße 10 während des Abbruchs 2009. Foto: I.C. Hennen