Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt
Landesmuseum für Vorgeschichte
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3-D-Scans

Als wir im Internet nach links zum Thema Flachbettscanner/Objekte suchten, stießen wir auf eine interessante Seite: ein  Berliner Wissenschaftler, Dr. Richard Schubert, hat sich das Scannen von Stereobildern auf dem Flachbettscanner patentieren lassen.  www.stereoscopicscanning.de
Die Technik ist frappierend einfach: Von dem Objekt werden zwei Scans gemacht. Der zweite Scan unterscheidet sich von dem ersten nur dadurch, daß das Objekt um ca. 10 cm (ungefähr Augenabstand) verschoben wird. Die Verschiebung muß dazu entlang der Diodenleiste (das ist der Kamm, der beim Scanvorgang das Bild abfährt) erfolgen.

Die beiden Bilder werden anschließend nebeneinander montiert und schon hat man eine Stereoaufnahme, wie sie  zu "Uromas Zeiten" einmal Mode war. Man braucht zur Betrachtung der Stereobilder nicht unbedingt Uropas Stereoskop. Man kann Stereoaufnahmen, mit etwas Übung, direkt mit dem Auge betrachten. Dazu fixiere man die Bilder mit den Augen so, daß jedes Auge auf das entsprechende Bild gerichtet ist (so, wie wenn man entspannt in die Ferne sieht). Nach einiger Zeit wandern die Bilder dann scheinbar übereinander, und plötzlich stellt sich der Stereoeindruck ein. Probieren Sie es doch einfach einmal hier vor dem Bildschirm aus....

Wir zeigen hier ein paar Beispiele, es sind Nachbildungen archäologischer Funde aus Sachsen-Anhalt ("Archefactum"), die Sie im Museumsshop des Landesmuseums erwerben können.

Die Stereobilder lassen sich jedoch auch in anderer Weise betrachten. Etwa, indem man sie in Rot und Grün übereinander projiziert und dann mit einer Stereobrille (die mit den roten und Grünen Gläsern, wie man sie aus manchen Kinofilmen kennt) betrachtet. Ohne größeren technischen Aufwand lassen sich die Bilder auch streifenweise miteinander mischen und mit einer Linsenfolie überziehen. Man erhält dann "Wackelbilder", wie sie vor einigen Jahrzehnten als "Stereopostkarten" in Andenkenläden zu kaufen waren.
Der Erfinder der Flachbettscannerstereoscopie, Dr. Schubert,  vertreibt dazu einen sehr preiswerten Kit, der alles enthält, was man dazu benötigt (Folien, Software, Arretierhilfe für den Scanner). Inwieweit sich diese Stereotechnik auch zur Dokumentation archäologischer Funde eignet, möchten wir als anregende Frage im Raum stehen lassen. Vermutlich dürften auf lange Sicht handelsübliche 3-D-Scanner bessere Dienste leisten, der Preis für diese Geräte sinkt derzeit rapide.  Wer die  Flachbettscanner-Stereoskopie anwenden möchte, müßte dem Erfinder Lizenzgebühren entrichten. Vermutlich ist diese aber im Kaufpreis des "Stereokits" schon enthalten.

Die hier gezeigten Aufnahen sind Beispiele, die wir ohne besondere Hilfsmittel, nur durch Verschieben der Objekte auf dem Scanner, innerhalb weniger Minuten hergestellt haben.

Römische Öllampe (Nachschöpfung)
Römische Öllampe (Nachschöpfung)
Eisenzeitliches Schweinchen aus gebranntem Ton, Scheiblitz
Eisenzeitliches Schweinchen aus gebranntem Ton, Scheiblitz