Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt
Landesmuseum für Vorgeschichte

August: Ein Wohnhaus in Hohenmölsen

Der markante, höhengestaffelte Wohnhauskomplex in städtebaulich exponierter Ecklage wurde 1927 errichtet (Abb. 1).

Abb. 1: Wohnhauskomplex in Hohenmölsen.

Während die seitlichen Gebäude Lindenstraße 4 sowie Oststraße 34 und 35 mit zwerchhausartigem Dachaufbau und Mansarddach zweigeschossig ausgebildet sind, steigert sich der Komplex über das dreigeschossige Gebäude Oststraße 36 hin zu dem weithin sichtbaren Eckbau mit seinem eingezogenen Eckturm. Der im Ort und der Region ungewöhnlichen Kubatur entspricht eine ebenso auffallende, durch Klinkerreliefs geprägte Fassade, zur Ecke hin gesteigert zu einer markanten Galerie in expressiven Formen auf dem Eckturm. Die Kubatur ist ähnlich der des ebenfalls im Jahre 1927 errichteten, großen Mehrfamilienhauses in der Bahnstraße 69–77 in Teuchern. Die Fassade in Hohenmölsen ist jedoch wesentlich aufwändiger gestaltet mit Anklängen an Vorbilder in Großstädten wie Hamburg. Das Gebäude ist unter den expressiven Bauten im Kreis von einzigartiger künstlerischer Qualität. Bauakten, Architekt und Bauherr sind bislang nicht bekannt.

Abb. 2: Detail des Wohnhauses: Eingang.

Text: Marina Meincke-Floßfeder

Internet: Julia Kruse

Abbildungsnachweise:
Abb.1–2: G. Preuß