Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt
Landesmuseum für Vorgeschichte
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Bodendenkmalpflege

Mittelalterliches Grubenhaus
Wüstung Marsleben: Mittelalterliches Grubenhaus im Planum, gegraben nach der Kreuzschnittmethode
Vermessung
Vermessung mit Totalstation und Notebook
GIS
Daten einer Ausgrabung im Geoinformationssystem

Das Land Sachsen-Anhalt verfügt über einen ungewöhnlich reichen Bestand an archäologischen Denkmalen aller ur- und frühgeschichtlicher sowie mittelalterlicher Epochen. Ursache und zugleich Grundlage dafür sind vor allem die hervorragenden Ackerböden vorwiegend im südlichen und mittleren Landesteil, die exzellente Voraussetzungen für alle auf landwirtschaftliche Erzeugnisse angewiesene Bevölkerungsgruppen boten und bieten. Hinzu kommt eine vergleichsweise günstige klimatische und verkehrsgeographische Situation, ergänzt durch reiche Rohstoffvorkommen. Im Ergebnis zeigt sich hier eine auch im europäischen Rahmen außergewöhnlich reiche und vielschichtige archäologische Fundlandschaft.

Die Abteilung 4 - Bodendenkmalpflege - des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie nimmt die im Denkmalschutzgesetz verankerten Aufgaben beim Umgang mit den archäologischen Denkmalen wahr. Zu ihren zentralen Aufgaben zählen, neben dem Erhalt und dem Schutz der archäologischen Denkmalsubstanz, deren Erfassung, wissenschaftliche Dokumentation und Erforschung. Zur Erledigung dieser Aufgaben kommen verschiedene Methoden (Feldbegehungen, Voruntersuchungen im Zuge geplanter Baumaßnahmen, Luftbildarchäologie, geophysikalische Untersuchungen, Airborne Laser Scanning u.ä.) zur systematischen Erfassung der Denkmalsubstanz zum Einsatz.

Ein Schwerpunkt liegt auch in der fachlichen Zuarbeit bei Planungs- und Genehmigungsverfahren aller Art und der sich daraus entwickelnden Organisation, Betreuung und Durchführung von Rettungsgrabungen. Letztere finden unter direkter Einbeziehung verschiedener naturwissenschaftlicher Disziplinen statt, von denen Archäobotanik, Archäozoologie und Bodenkunde direkt in der Abteilung personell verankert sind. Erst dadurch werden landschaftsarchäologische Fragestellungen im umfassenden Sinne beantwortbar. Die wissenschaftliche Erforschung von Bodendenkmalen nimmt darüber hinaus in zunehmendem Maße auch in Zusammenarbeit mit zahlreichen externen Kooperationspartnern breiten Raum ein.

Für frühzeitige Abstimmungen im Zusammenhang mit geplanten Bauvorhaben, die mit Erdeingriffen verbunden sind, stehen die für einzelne Regionen zuständigen Gebietsreferenten zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es Referate, die sich landesweit mit speziellen Grabungsaufgaben (v.a. Trassen, Tagebaue etc.) bzw. speziellen Inhalten (Mittelalterarchäologie) befassen.

Unverzichtbar für die Arbeit der Abteilung ist auch ein dichtes Netz ehrenamtlich Beauftragter, die in Abstimmung mit dem LDA eng umgrenzte Aufgaben der Bodendenkmalpflege wahrnehmen.

Die vielfältigen Ergebnisse der Arbeit der Bodendenkmalpflege bilden in mannigfaltiger Hinsicht den Grundstock für die wissenschaftliche Bearbeitung und Auswertung archäologischer Funde und Befunde und legen zugleich die Grundlage für deren Vermittlung in die Öffentlichkeit.