Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt
Landesmuseum für Vorgeschichte
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Königsaue

Mit Neandertalern am Lagerfeuer

Wie viele andere altsteinzeitliche Fundstellen in Mitteldeutschland ist auch die von Königsaue in einem Braunkohletagebau entdeckt worden. 1963 konnte Prof. Dietrich Mania in Seeablagerungen die ersten Steinwerkzeuge bergen. Im Laufe des folgenden Jahres kamen schließlich drei Fundschichten von mittelpaläolithischen Lagerplätzen zutage. Die Geräte fanden sich am Nordufer des ehemaligen Ascherslebener Sees. Nahe am Wasser hatten offensichtlich immer wieder Menschen gesiedelt und Steingeräte sowie Nahrungsreste hinterlassen. Die Artefakte kamen im Bereich einer flachen Uferterrasse, die sich aus angeschwemmten und abgestorbenen Pflanzen gebildet hatte, zum Vorschein. In allen drei Fundhorizonten wurden die Reste von Mammuten, Wollhaar- und Steppennashörnern, Wildpferden, Rothirschen und Rentieren gefunden. Hier handelt es sich um die Reste von Beutetieren des Menschen, was aus diesem Grund kaum Angaben über deren natürliche Häufigkeit zulässt.

Der Lebensraum der Menschen von Königsaue lässt sich im Frühling und Frühsommer als bunt blühende, mit zahlreichen Kräutern durchsetzte Langgrassteppe vorstellen, die mit großen Herden und Rudeln von Wildpferden, Wildrindern und Hirschen bevölkert war. Gelegentlich zogen Rentier- und Mammutherden durch, die hier ihren Wintereinstand hatten. Die drei getrennten Schichten, die auf eine wiederholte Nutzung dieses Lagerplatzes hinweisen, sind für Fundareale im Freiland ungewöhnlich und deuten auf die Wichtigkeit dieses Ortes in der Frühphase der Würmeiszeit hin.