Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt
Landesmuseum für Vorgeschichte
Sie sind hier: Startseite > Landesmuseum für Vorgeschichte > Dauerausstellung > Späte Bronzezeit > 
Deutsch | English

Späte Bronzezeit

Gegen Ende des 2. Jahrtausends v. Chr. gelangten die hiesigen Gemeinschaften wieder zu wirtschaftlichem Wohlstand. Umfangreiche Hortfunde mit neuen Bronzeformen wie die in Größe und Gewicht genormt wirkenden Sicheln, die repräsentativen Schwerter und Schmuckfibeln indizieren dies eindeutig. In den Gräbern und Siedlungen zeichnet sich diese Prosperität aber nicht so deutlich ab. Entweder blieben die sozialen Hierarchien tatsächlich flach, oder sie zeigten sich nicht in reichen Grabbeigaben und Prachtbauten.

Offenbar wuchs jetzt die Bevölkerungszahl rasant, denn es lässt sich ein Landesausbau rekonstruieren, der in diesem Ausmaß erst wieder im Mittelalter erreicht wird. Ein Ausdruck dessen sind lineare Gruben-/Grabensysteme, die seit der Zeit um 1200 v. Chr. die Landschaft durchzogen. Unverkennbar markierten sie Grenzen. Die örtlichen Gemeinschaften sahen sich veranlasst, Weidegründe, Felder und Siedlungsterritorien abzustecken. Diese Gebietsansprüche erklären sich aus dem erhöhten Flächenbedarf zur Versorgung der eigenen Bevölkerung. Die zunehmend arbeitsteilige Spezialisierung – z. B. Salzgewinnung und Metallverarbeitung – erforderte das verlässliche Erwirtschaften eines Nahrungsüberschusses.

Gefäße aus einem Grab des Gräberfeldes Coswig, Buroer Feld. Foto: J. Lipták © LDA Sachsen-Anhalt

Gleichzeitig verbreiteten sich ausgehend vom Donau-Karpaten-Raum neue religiöse Ideen, die sich u. a. in einem drastischen Bruch des Totenrituals äußerten. Plötzlich sind für das mitteldeutsche Gebiet zwei voneinander abgrenzbare Sitten zu registrieren: die traditionelle Körperbestattung und die innovative Leichenverbrennung.