Landesmuseum für Vorgeschichte Halle, 14. November 2013 - 18. Mai 2014

Mysteriöse Steinzeittote und ihre Welt

Mit Spannung erwartete die archäologische Fachwelt die Ausgrabungen im Vorfeld des Autobahnbaus BAB 143 im Erdwerk Salzmünde. Nur selten bietet sich die Möglichkeit, an einem so prominenten Fundort moderne Untersuchungen durchführen zu können.

Die Ergebnisse übertrafen jedoch alle Erwartungen: Unzählige rätselhafte, teilweise einzigartige Befunde konnten vom Grabungsteam sichergestellt werden. An ihrer Spitze das Grab von neun Frauen und Kindern, die vor über 5000 Jahren bildhaft bestattet und mit über 10.000 rituell verbrannten Scherben und Hausresten abgedeckt wurden.

Die Frage nach dem damaligen Geschehen und der Geschichte dieser Menschen sollte in einem großen Forschungsprojekt gelöst werden.

Im Zuge dieser Untersuchungen tat sich eine ganze Ritualwelt vor den Forschern auf. Sie ist deshalb so faszinierend, weil sie uns zum einen unglaublich fremd und gar verstörend scheint, zum anderen die damaligen Menschen aber viele Grundlagen unserer heutigen Zivilisation geschaffen haben.

In der Ausstellung 3.300 BC möchten wir diesen Menschen möglichst nahekommen: Was trieb Sie an, Europa in Bewegung zu versetzen und ganze Landstriche monumental zu verändern? Was sahen Sie zwischen Himmel und Erde, wo wir heute nur noch Luft sehen?
Und vor allem: Was ist vor über 5000 Jahren auf dem Plateau bei Salzmünde passiert?