Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt
Landesmuseum für Vorgeschichte
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9. Mitteldeutscher Archäologentag (2016)

Der Mitteldeutsche Archäologentag wird seit 2008 jährlich in Halle durchgeführt und behandelt aktuelle archäologische Themen in Vorträgen und Posterpräsentationen.

Der 9. Mitteldeutsche Archäologentag vom 20. bis 22. Oktober 2016 widmete sich dem Thema
"Migration und Integration von der Urgeschichte bis zum Mittelalter".

Hier gelangen Sie zu den Rückblicken auf den

- 8. Mitteldeutschen Archäologentag (2015) zum Thema "Arm und Reich - Zur Ressourcenverteilung in prähistorischen Gesellschaften"
- 7. Mitteldeutschen Archäologentag (2014) zum Thema "2200 BC - Ein Klimasturz als Ursache für den Zerfall der Alten Welt?"
- 6. Mitteldeutschen Archäologentag (2013) zum Thema "Metalle der Macht - Frühes Gold und Silber"
- 5. Mitteldeutschen Archäologentag (2012) zum Thema "Rot"
- 4. Mitteldeutschen Archäologentag (2011) zum Thema "1600"
- 3. Mitteldeutschen Archäologentag (2010) zum Thema "Umweltarchäologie"
- 2. Mitteldeutschen Archäologentag (2009) zum Thema "Anthropologie, Isotopie und DNA"
- 1. Mitteldeutschen Archäologentag (2008) zum Thema "Schlachtfeldarchäologie"

 

 

Abstracts und Tagungsprogramm


Den Abstractband zu den Vorträgen und Posterpräsentationen können Sie hier als pdf-Datei herunterladen.


Zum Tagungsprogramm gelangen Sie hier

Tagungsband

Der Tagungsband "Migration und Integration von der Urgeschichte bis zum Mittelalter" ist im Oktober 2017 erscheinen. Sie können ihn hier bestellen.

 

 

Rückblick

9. Mitteldeutscher Archäologentag 20. bis 22. Oktober 2016

„Migration und Integration von der Urgeschichte bis zum Mittelalter“

Der Mitteldeutsche Archäologentag wird seit 2008 jährlich vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt - Landesmuseum für Vorgeschichte - mit Unterstützung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und des Fördervereins des Landesmuseums in Halle (Saale) ausgerichtet.

Die einleitenden Grußworte vor dem Festvortrag am Donnerstagabend übernahmen Staatsminister Rainer Robra, Chef der Staatskanzlei und Minister für Kultur, sowie Prof. Dr. Udo Sträter, Rektor der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Mit rund 250 Teilnehmern kamen viele Interessierte in den neuen Räumlichkeiten der Martin-Luther-Universität am Steintorcampus und im Landesmuseum für Vorgeschichte zusammen. Insgesamt wurden an den drei Tagen 24 Vorträge gehalten und 7 Posterpräsentationen vorgestellt. Die Referenten und Autoren stammen aus sieben Ländern.

Die ersten Vorträge widmeten sich archäologischen, soziologischen und ethnologischen Migrationstheorien sowie genetischen und isotopenanalytischen Methoden, ihren Möglichkeiten und Grenzen. Darauf folgte am Donnerstagabend der Festvortrag von Prof. Dr. David Reich von der Harvard Medical School, USA, zum Thema »Human migrations from an archaeogenetical perspective«. In einem umfassenden Überblick reflektierte der Referent Stand und Perspektiven der genetischen Forschung zu vor- und frühgeschichtlichen Fragestellungen. In den nächsten beiden Tagen wurden Vorträge zu Migrationen und ihren Auswirkungen in verschiedenen Fallbeispielen vom Paläolithikum bis zum Hochmittelalter gehalten. Dabei wurden die einzelnen Themen aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Für die vorgeschichtlichen Themen spielte der Vergleich von archäologischen und naturwissenschaftlichen Befunden eine entscheidende Rolle, wobei deutlich wurde, dass beide sich in einigen Fällen sehr gut ergänzen, in anderen Fällen aber noch intensive Diskussionen nötig sein werden. Die Erforschung frühgeschichtlicher und historischer Themen wurde hingegen primär durch den Vergleich von archäologischen und schriftlichen Quellen geprägt. Der Vortrag von Dr. Stephan Schiffels, Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte Jena, zu neuen Auswertungsmethoden von genetischen Daten zeigte allerdings, dass in den nächsten Jahren auch für diese jüngeren Epochen bahnbrechende naturwissenschaftliche Ergebnisse zu erwarten sind.

Als Erkenntnis bleibt zum einen, dass insbesondere die Genetik eine zunehmend wichtige Rolle für das Verständnis und die Erforschung der Vor- und Frühgeschichte spielen wird, Genetiker und Archäologen sich deshalb aber stetig um eine gemeinsame Sprache bemühen müssen. Zum anderen konnte eindrücklich gezeigt werden, dass Menschen schon immer gewandert sind und Migrationen, solange sie ohne Gewalt verliefen, vielfach eine ausnehmend positive Rolle in der menschlichen Geschichte spielten. Mit zahlreichen anregenden und grundlegenden Beiträgen wurde die Konferenz zu einem vollen Erfolg.

Gruppenfoto der Referenten (Foto: Valentin Heller).
Begrüßung der Tagungsgäste durch Kulturminister Rainer Robra (Foto: Valentin Heller).
In den neuen Räumlichkeiten der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg am Steintorcampus folgten etwa 250 Tagungsgäste den Vorträgen und Diskussionen, hier dem Festvortrag von Prof. Dr. David Reich (Foto Valentin Heller).

Veranstalter: Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt mit Unterstützung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und des Vereins zur Förderung des Landesmuseums für Vorgeschichte Halle (Saale) e.V.

Organisation und Tagungsbüro: Konstanze Geppert M.A. und Jan-Heinrich Bunnefeld M.A.