Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt
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SPP 1400: Frühe Monumentalität und soziale Differenzierung

Zur Entstehung und Entwicklung neolithischer Großbauten und erster komplexer Gesellschaften im nördlichen Mitteleuropa

Institut für Ur- und Frühgeschichte der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt  

Teilprojekt Entstehung, Funktion und Landschaftsbezug von Großsteingräbern, Grabenwerken und Siedlungen der Trichterbecherkulturen in der Region Haldensleben-Hundisburg

Die Region des Forschungsprojektes liegt südwestlich von Haldensleben (Ldkr. Börde) an der Südgrenze der Trichterbecherkultur und geographisch an der Grenze zwischen Norddeutschem Tiefland und der Mittelgebirgszone. Diese morphologische Grenze geht einher mit der Verbreitung des Lösses, dem forschungsgeschichtlich wohl bekanntesten Standortfaktor für das Auftreten einer neolithischen Kultur. Im Projektgebiet verläuft diese Grenze entlang des Flusses Beber, bis hier dringen die ersten Ackerbauern um 5.500 v. Chr. vor und verändern ihre Umwelt nachhaltig. Das Gebiet nördlich der Beber wird erst über tausend Jahre später für die landwirtschaftliche Wirtschaftsweise erschlossen. Die Trichterbecherkultur mit ihren monumentalen Grabanlagen aus Findlingen prägt heute nun die Landschaft.

Das Untersuchungsgebiet liegt unmittelbar in der sich hieraus entwickelnden kutlurellen Bruchzone. Hier lässt sich die zentrale Forschungsfrage zur Entwicklung von Monumentalität aus zwei grundsätzlich verschiedenen neolithischen Tradition in unmittelbarer Nachbarschaft besonders gut beobachten. Die Region Haldensleben-Hundisburg wird noch heute von über 130 Megalithgräbern der Trichterbecherkultur (ca. 4200-2800 v. Chr.) geprägt. Mit zahlreichen Grabenwerken, Siedlungen und Einzelfunden bilden sie den archäologischen Schatz dieser einmaligen Denkmallandschaft auf der Grenze zwischen Altmoränen- und Lösslandschaft.

Ziel ist die Rekonstruktion der trichterbecherzeitlichen Siedlungs- und Grablandschaft, wobei ein besonderer Fokus auf den Bezügen zwischen Megalithgräbern, Siedlungen und Grabenwerken vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Traditionen (u.a. Keramikstile) liegen wird.