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Ausgrabungen bei Goseck (Burgenlandkreis)
Kooperationsprojekt
Prähistorisches Institut der Martin-Luther-Universität Halle /
Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt
Die Grabungen des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt (LDA) bei Goseck fügen sich in ein Forschungsprojekt ein, das die archäologische Erschließung einer Siedlungsregion zum Thema hat und in Zusammenarbeit mit dem Prähistorischen Institut der Martin-Luther-Universität (MLU) durchgeführt wird. Im Zentrum dieses Projektes steht das vollständig ausgegrabene und mittlerweile rekonstruierte „Sonnenobservatorium“ der Stichbandkeramikkultur, in deren Umfeld sich weitere Grabungen der MLU und des LDA anschließen.
Ausgangspunkt für die Grabungen des LDA bildete ein Luftbildbefund, der eine befestigte Siedlung erkennen lässt. Diese zunächst als frühmittelalterliche Burg interpretierte Struktur stellte sich im Anschluss an eine geomagnetischen Prospektion auf Grund des Grundrisses als befestigte mittelalterliche Wüstung heraus. Die Ausgrabungen wurden 2005 begonnen und werden seitdem alljährlich in meist zweimonatigen Kampagnen fortgesetzt, bei denen auch Studenten der LMU teilnehmen. Die Grabungen erbrachten im Inneren mehrere Grubenhäuser vornehmlich des 12. Jh., darunter eine Schmiede mit Feuerstelle, Amboss und Eisenluppen sowie einem Sporn, der die Siedlung in einen herrschaftlichen Kontext stellt. Damit lässt sich die Siedlung mit dem Ort Göstelitz identifizieren, der in dieser Gegend lokalisiert wird. Für den bereits im Hersfelder Zehntverzeichnis (830-850) erstmals erwähnten Ort werden im 12. Jh. vier Ministerialen namentlich genannt: Rudolfus (1135), Hermannus (1135, 1148, 1158), Hugoldus (1148) und Manegoldus (1176) de Gostelice.
Weitere Befunde stammen von einer Siedlung der neolithischen Linienbandkeramikkultur, die auf Grund der günstigen Überlieferung eine Rekonstruktion der kulturtypischen Großhäuser ermöglichen, sowie von Steinpackungsgräbern der späten Bronzezeit und einer Schachtgrube mit kultischem Hintergrund.
Auf Grund der geringen Größe der alljährlich geöffneten Flächen von ca. 350 m2 werden die Grabungen noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen, ehe man ein verlässliches Bild zu den Siedlungs- und Bestattungsvorgängen in den einzelnen Perioden erhält.

