Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt
Landesmuseum für Vorgeschichte
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Archäotypie

"Archäotypie" ist ein neues Verfahren zur Umwandlung von Graustufen- und Farbbildern in Strichvorlagen. Im Gegensatz zu den älteren Rasterungsverfahren, etwa der traditionellen Autotypie oder den frequenzmodulierten Rastern berücksichtigt die Archäotypie bei der Erzeugung des Linienrasters auch die Objektstruktur- und Form. Die Archäotypien erinnern dabei entfernt an Kupferstiche oder traditionelle Handzeichnungen: Die Linien, die aus größerer Entfernung betrachtet die Grauwerte ergeben, folgen den Formen und Strukturen des Objektes. Der Vorteil: auch wenn man die Archäotypien mit schlecht auflösenden Druckverfahren (einfacher Offsetdruck, Xerografie) vervielfältigt, lassen sich dennoch weitaus mehr Feinstrukturen wiedergeben, als mit konventionellen Rastern, etwa den Punkt- oder Linienrastern (wie beispielsweise im Zeitungsdruck), oder auch den modernen Streurastern nach Floyd-Steinberg.

Originals, gespeichert als TIF
Originals, gespeichert als TIF
Umwandlung im Picture Publisher als Archäotypie via Macro gespeichert als GIF
Umwandlung im Picture Publisher als Archäotypie via Macro gespeichert als GIF
Picture-Publisher nachretouschierte "Archäotypie"
Picture-Publisher nachretouschierte "Archäotypie"
Tusche Zeichnung
Tusche Zeichnung

Zweifler lassen sich vielleicht erst beeindrucken, wenn sie auf das oben gezeigte Vorschaubild klicken. Was sich unter dem scheinbaren Graustufenbild verbirgt, ist eine reine Archäotypie, im PC innerhalb etwa einer Minute Rechenzeit entstanden.

Die Archäotypie wurde mit dem Makro 5esp5.clm angefertigt.

Kompliziert ? Der Einfachheit halber haben wir einige Makros geschrieben, die man mit Picture-Publisher (Version 8) einfach ausführen kann. Man kann sie hier, zusammen mit weiteren zur Rasterung nützlichen Dateien, herunterladen (als zip gepackt). Eine Übersicht über Parameter und Eigenschaften der Archäotypie-Algorithmen finden sie hier.

Praktikern, die sich nicht mit den Tiefen der Bildverarbeitung und den der Archäotypie zugrundeliegenden Methoden beschäftigen wollen, sei der Blick auf die Kurzübersicht einiger besonders nützlicher Archäotypieverfahren empfohlen. Natürlich lassen sich alle beschriebenen Algorithmen in Form von Picture-Publisher-Makros hier herunterladen, und einen Hinweis zur Installation von Makrodateien finden Sie hier.

Archäotypie - Zeichnungen eignen sich gut als Basis zur manuellen Weiterbearbeitung. Die Anwendungsmöglichkeiten der Archäotypie sind keinesfalls nur auf Scans archäologischer Objekte beschränkt. Archäotypie ist ein neues, universelles Rasterverfahren.  Wie es scheint, ist die Archäotypie oft auch den modernen frequenzmodulierten Rastern überlegen. Versuchen Sie einmal, ein Halbtonbild, bei dem es auf die Darstellung feiner Details und Strukturen ankommt, mit drei verschiedenen Methoden per Fax zu verschicken.  Jeweils ausgedruckt bei 200 dpi, verschicken Sie das Bild als Autotypie, als konventionelles Autotypie - Bild und umgesetzt in ein "Floyd - Steinberg" - Streuraster.

Gerne laden wir Freunde und Kritiker zum Besuch unseres virtuellen archäotypischen Cabinetts ein. Hier finden Sie Beispiele rein auf elektronischem Wege erzeugter Zeichnungen archäologischer Funde aus Sachsen-Anhalt.