Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt
Landesmuseum für Vorgeschichte
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Die Schaltregel

Die Ordnung der Zeit

Die Rhythmen am Himmel überdauern Jahrtausende: Schon zur Zeit der Himmelsscheibe gab die Sonne Tag und Jahr vor, der Mond den Monat und die Woche. Am Beginn eines neuen Monats erscheint der Mond als sehr schmale Sichel, genannt Neulicht. Um das Mondjahr mit dem 11 Tage längeren Sonnenjahr in Einklang zu bringen, fügte man Schaltmonate ein.

Aus einem babylonischen Keilschrifttext, dem mul-apin (7./ 6. Jh. v. Chr.), ist eine solche Regel bekannt. Diese besagt sinngemäß: Wenn im Frühlingsmonat, mit dem das Jahr begann, eine Neulichtsichel bei dem Siebengestirn, den Plejaden, steht, dann ist dies ein gewöhnliches Jahr. Steht in diesem Monat erst am dritten Tag der Mond bei den Plejaden als eine dickere Sichel, muss ein Schaltmonat eingefügt werden.

Genau dieser Sachverhalt ist auf der Himmelsscheibe verschlüsselt. Die Dicke der Mondsichel auf der Himmelsscheibe entspricht dem Alter des Mondes in der Schaltregel.