Hortfunde
Von der Atlantikküste bis zum Schwarzen Meer, von Südschweden bis zum Mittelmeer verbarg man in der Bronzezeit Metalldepots – Gaben an die Götter. Dieses Opferbrauchtum zeichnet sich durch strenge Regeln aus. Es wurden nur solche Dinge niedergelegt, die es Menschen und Göttern Wert waren. Die Schätze sind Ausdruck der Zwiesprache mit den Göttern. Wir deuten sie als Ergebnis einer Opferhandlung – den Endpunkt eines Ritus, den wir nicht kennen. Aber wir entdecken Strukturen in den Schatzfunden: immer wieder aufgesuchte Orte der Niederlegung, festgelegte Zusammenstellungen und bevorzugte Bronzen. Dazu zählten in Mitteldeutschland am Beginn des 2. Jahrtausends v. Chr. zum einen prächtige Einzelstücke wie die Stabdolche, zum anderen unscheinbare Formen wie Ringe und Beile. Etwa 800 Jahre später finden wir hingegen vor allem Sicheln in den Hortfunden.
