Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt
Landesmuseum für Vorgeschichte
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Vom Kupfererz zum Himmelsbild

Alles deutet darauf hin, dass die Himmelsscheibe und die übrigen Gegenstände aus dem Hort in Mitteleuropa hergestellt worden sind. Das in der Legierung verwendete Kupfer aller Objekte stammt aus einer Lagerstätte, vermutlich im Ostalpenraum. Dort gab es um 1600 v. Chr. mehrere Kupferbergwerke, das größte von ihnen war der Mitterberg.

Herstellungstechnik

Schlagen der Tauschiergrube
Einschlagen der Tauschiergruben mit einem Bronzemeißel (© LDA Sachsen-Anhalt)
Zutreiben der Tauschiergrube
Zutreiben der Tauschiergruben und Festklemmen des Goldbleches (© LDA Sachsen-Anhalt)

Wir kennen große Mengen Bronzefunde aus dem 3. und 2. Jahrtausend v. Chr. in Europa, aber nur sehr wenige Zeugnisse des Gieß- und Schmiedehandwerks. Am Beginn der Bronzezeit sind in Mitteldeutschland nur wenige kleine Tondüsen wie im Fund von Sachsenburg überliefert, aber weder Ofenreste noch Gussformen oder Werkzeuge wie Hammer und Amboss.

Das Einlegen farbiger Edelmetallbleche oder Drähte in ein andersartiges Grundmaterial nennt man Tauschieren. Zur Herstellungszeit der Himmelsscheibe von Nebra war die Tauschiertechnik im ostmediterranen Raum bereits hoch entwickelt und wurde mit großer Kunstfertigkeit angewandt. Jedoch lassen sich weder die Objekte der Mittelmeerwelt noch deren Verzierungen mit den wenigen bekannten west- und mitteleuropäischen Einlegearbeiten der Früh- und Mittelbronzezeit sinnvoll vergleichen.

Die Goldbleche der Himmelsscheibe wurden nur an den Rändern befestigt. Mit Werkzeugen aus Hartbronze wurden Mulden in die Scheibe geschlagen, die Goldbleche darin eingelegt und anschließend durch Glatthämmern des Bronzerandes eingeklemmt.