Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt
Landesmuseum für Vorgeschichte
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Denkmalinventarisation

Wittenberg, OT Piesteritz
Wittenberg, OT Piesteritz, Werkssiedlung der ehemaligen Stickstoffwerke, 1916-1919 nach Entwurf von Otto Rudolf Salvisberg, © LDA Sachsen-Anhalt (Foto: M. Titze)
Krauschwitz, OT Kistritz
Krauschwitz, OT Kistritz (Burgenlandkreis), Inneres der Kirche mit Ausstattung von Johann Balthasar Stockhammer, 1690-96, © LDA Sachsen-Anhalt (Foto: M. Titze)

Die Inventarisation umfasst die Gesamtheit denkmalkundlichen wissenschaftlichen Arbeitens. Sie bildet die Basis und die Begründung für jede denkmalpflegerische Maßnahme.

Mit der systematischen Erfassung der Denkmale, ihrer Erforschung sowie der Veröffentlichung der Forschungsergebnisse erfüllt das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie als Fachamt eine grundlegende gesetzliche Aufgabe. Die Abteilung Bau- und Kunstdenkmalpflege bearbeitet dabei den nichtarchäologischen Denkmalbestand.

Im Mittelpunkt der Inventarisation steht die Erstellung, Führung und kontinuierliche Fortschreibung des Denkmalverzeichnisses.

Der Denkmalbegriff hat sich im Kontext der Demokratisierung der Gesellschaft während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts grundlegend gewandelt. Gegenstand der Denkmalinventarisation sind danach alle materiellen Zeugnisse menschlichen Lebens in der Vergangenheit, deren Schutz und Erhaltung im öffentlichen Interesse liegen. Ein solches öffentliches Interesse ist gegeben, wenn das jeweilige Objekt besondere geschichtliche, kulturell-künstlerische, wissenschaftliche, kultische, technisch-wirtschaftliche oder städtebauliche Bedeutung aufweist. Dabei kann es sich um Einzelobjekte oder um Mehrheiten baulicher Anlagen handeln. Die Denkmaleigenschaft ist nicht von einem festgelegten Mindestalter abhängig. Als Denkmale gelten heute nicht mehr nur Hauptwerke bestimmter Bau- und Kunstgattungen, sondern auch Industrieanlagen, Bauten der Verwaltung, der Bildung, des Wohnens einschließlich ganzer Siedlungen, Garten-, Park- und Friedhofsanlagen oder historische Objekte wie Konzentrationslager und Zeugnisse der deutschen Teilung.

Die Inventarisation erforscht die Denkmale mit den Methoden der Geschichts-, Kunst- und Kulturwissenschaften. Sie untersucht herausragende Einzelobjekte einschließlich ihrer ortsfesten und beweglichen Ausstattungsteile, sofern diese mit dem Denkmal eine Einheit bilden, ebenso wie deren Einbindung in übergreifende städtebauliche, historische, topographische, funktionale oder kulturlandschaftliche Strukturen.

Die Bewertung der Denkmaleigenschaft folgt dabei ausschließlich fachwissenschaftlichen Kriterien. Die flächendeckende, systematische Inventarisation, lokal und regional übergreifende Vergleiche, fachinterne Methodendiskussionen und die Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Inventarisation der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger in der Bundesrepublik Deutschland haben die möglichst weitgehende Vereinheitlichung der Bewertungsmaßstäbe zum Ziel und bilden eine wichtige Voraussetzung für die Rechtssicherheit der Denkmaleigentümer.