Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt
Landesmuseum für Vorgeschichte
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April: Seggerde: Schloss und Park

Seggerde ist heute ein Ortsteil der Stadt Oebisfelde-Weferlingen im Landkreis Börde. Wahrscheinlich wurde der Ort bereits im 10. Jahrhundert als Grenzfestung in der Allerniederung angelegt. Anfang des 16. Jahrhunderts gelangte der Ort in den Besitz der Familie Spiegel. Im Jahr 1891 übernahm die Familie von Davier das Gut, 1945 erfolgte die Enteignung, in den folgenden Jahren verschiedene Umnutzungen. Nach der Wende erwarb die Familie von Davier das Gut zurück.

Abb. 1: Seggerde, Schloss, Park und Wirtschaftsgebäude.

Das wohl Ende des 18. Jahrhunderts unter Ernst Ludwig Christoph von Spiegel in Formen des Spätbarock als Dreiflügelanlage mit siebenachsigem zweigeschossigem Haupttrakt und eingeschossigen Seitentrakten errrichtete Schloss ließ der Halberstädter Domkapitular Werner Friedrich Julius Stephanus Freiherr von Spiegel zum Desenberg zwischen 1834 und 1838 klassizistisch umgestalten (Abb. 1). Unter ihm erhielt auch der weitläufige Landschaftspark mit seinen Kleinarchitekturen, Solitärgehölzen und dem weitgeschwungenen Wegesystem sein Gepräge. Ebenso ließ er eine mit Pyramidenpappeln bestandene Rousseau-Insel im Schlossteich anlegen. Die Orangerie an einer großen Freifläche im Oberpark in direkter Nachbarschaft zur Dorfkirche wurde 1853 in einem aufwendigen Rundbogenstil erbaut (Abb. 2). Dank umfangreicher Restaurierungsmaßnahmen ist das Schloss in großen Teilen wieder für verschiedene Veranstaltungen nutzbar. Heute ist der Park Teil des Landesprojektes »Gartenträume – Historische Parks in Sachsen-Anhalt«.

Abb. 2: Seggerde, Orangerie.

Text: U. Steinecke
Fotos: G. Preuß
Redaktion: S. Meinel, U. Steinecke
Internet: J. Kruse, G. Schafferer