Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt
Landesmuseum für Vorgeschichte
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Oktober: Der Weinberg von Höhnstedt

Abb. 1: Höhnstedt, Weinberg. G. Preuß, LDA.

Höhnstedt ist ein Ortsteil der Einheitsgemeinde Salzatal im Saalekreis. Bereits in einer Urkunde Ottos II. aus dem Jahre 973 werden anlässlich eines Gütertausches zwischen den Klöstern von Magdeburg und Fulda Weinberge in der Region erwähnt. Als Teil des Saale-Unstrut-Weinbaugebietes wird hier auf den Steilhängen oberhalb vom Süßen, Binder- und Kernersee Wein angebaut. Seine Blütezeit hatte der Weinanbau im 14.–16. Jahrhundert. Nachdem zum Ende des 19. Jahrhunderts der Weinanbau vor allem durch den Reblausbefall fast völlig zum Erliegen kam und durch Obstbau ersetzt worden war, wurde er in den 1920er Jahren wiederbelebt. Die terrassenförmig angelegten Trockenmauern und die 161 erhaltenen Weinberghütten prägen den typischen Charakter der Höhnstedter Region. Die Weinberghütten dienten wohl als Wetterschutz und zum Unterbringen der Geräte, aber auch zum Keltern und Lagern von Wein. Die in den Hang eingetieften Hütten erhielten ein Tonnengewölbe. Das Dach wurde wieder mit Erde bedeckt, sodass es begrünen konnte.Dadurch boten die Hütten auch Schutz vor Kälte und Hitze. Erbaut wurden sie aus Buntsandstein, der in der Nähe bei Langenbogen anstand. Sie haben Grundflächen von 5 bis 30 Quadratmeter und erreichen teilweise Firsthöhen von 2,5 Metern. Erhaltene Inschriften grenzen die Bauzeit der Hütten von Anfang des 18. bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts ein. In ihrer Vielfalt und Erhaltung sind sie einzigartig in Deutschland.

Abb. 2: Höhnstedt, Weinberghütte. G. Preuß, LDA.
Abb. 3: Höhnstedt, Blick über einen Weinberg zum Bindersee. G. Preuß, LDA.

Text: U. Steinecke
Fotos: G. Preuß
Redaktion: S. Meinel, U. Steinecke
Internetredaktion: G. Schafferer