Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt
Landesmuseum für Vorgeschichte
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September: Die Elbschifferkirche in Priesitz

Abb. 1: Priesitz, Elbschifferkirche. G. Preuß, LDA.

Priesitz liegt drei Kilometer südöstlich von Pretzsch an einem Altwasser der Elbe und ist seit 2009 ein Ortsteil von Bad Schmiedeberg. Die Elbschifferkirche an der einstmals schiffbaren Alten Elbe markiert den Standort des ursprünglichen Dorfes, das später auf das weniger überschwemmungsgefährdete Hochufer verlegt wurde. Der ursprünglich verputzte rechteckige Saalbau aus Feldsteinen wurde wohl im 14. Jahrhundert errichtet. Anfang des 17. Jahrhunderts wurde der Bau überformt. Unter anderem wurden dabei die Fenster und die südliche Pforte vergrößert. Aus dieser Zeit stammen auch der westliche Fachwerkanbau, der den Glockenstuhl mit zwei Glocken aufnimmt, sowie große Teile der Innenausstattung, darunter die Balkendecke, die monumentale Steinkanzel und der Blockaltar. Dieser Altar trägt ein spätgotisches Altarretabel. Schiffer aus Böhmen stifteten um 1500 diesen Flügelaltar. Im Mittelpunkt steht Maria mit dem Jesusknaben auf dem Arm umgeben von sechs Heiligen, unter ihnen der heilige Adalbert von Prag, der heilige Wenzel von Böhmen und der heilige Christophorus. Während der Flut 2002 wurde die Kirche und der Altar schwer beschädigt. Der Fachwerkanbau musste erneuert werden. Im Jahr 2004 wurde auch der Altar nach umfassender Restaurierung wieder in der Kirche aufgestellt. Neben der Kirche stehen ein klassizistisches Grabmal für Johann George Lehmann und seine Ehefrau sowie eine moderne Metallsäule, deren Oberkante den Wasserstand während des Hochwassers im Jahre 2002 markiert.

Abb. 2: Priesitz, Elbschifferkirche, Inneres nach Osten, Flügelaltar. G. Preuß, LDA.

Text: U. Steinecke
Fotos: G. Preuß
Redaktion: S. Meinel, U. Steinecke
Internetredaktion: G. Schafferer