Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt
Landesmuseum für Vorgeschichte

Juli: Das Kornhaus in Dessau-Roßlau

In landschaftlich reizvoller Lage direkt am Elbdamm liegt die Gaststätte Kornhaus (Abb. 1). Ihr Name leitet sich von einem ehemaligen Getreidespeicher ab, der unter Herzog Leopold Friedrich Franz Mitte des 18. Jahrhunderts an dieser Stelle errichtet und in den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts abgerissen worden war.

Abb. 1: Gaststätte Kornhaus, Außenansicht.

Im März 1929 schrieb die Stadt Dessau einen Wettbewerb für den Neubau des Kornhauses aus. Obwohl er den Wettbewerb nicht gewann, bekam Carl Fieger (1893–1960), wohl aufgrund der kostengünstigeren Ausführung, den Zuschlag. Am 6. Juni 1930 wurde das neue Kornhaus festlich eingeweiht.

Vom straßenseitigen Haupteingang gelangt man im Erdgeschoss in eine Stehbierhalle und verschiedene Wirtschaftsräume. Das Obergeschoss beherbergt den Saal und das Restaurant. Elbseitig ist dem Obergeschoss eine Terrasse vorgelagert. Am markantesten aber ist die fast einen Vollkreis beschreibende gläserne Veranda an der Stirnseite des Restaurants. Ursprünglich als Freisitz gedacht, wurde sie überdacht und verglast.

Der Bau ist in Mischbauweise aus Stahlbetonstützen und Ziegelmauerwerk ausgeführt. Stahlbetonunterzüge gliedern die Decken in Saal und Restaurant.

Obwohl es einige Änderungen am Bau gab, blieb die originale Substanz weitgehend erhalten. Das Kornhaus wird nach wie vor als Gaststätte genutzt (Abb. 2).

Abb. 2: Gaststätte Kornhaus, Innenansicht.

Text: Uwe Steinecke

Internet: Julia Kruse

 

Abbildungsnachweise:

Abb.1–2: G. Preuß