Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt
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November: Die Comeniusschule in Stendal

Abb. 1: Treppenhaus, Comeniusschule Stendal

Wer vom Stendaler Hauptbahnhof (errichtet 1871) geradewegs zum Domplatz geht, kennt von außen die markante, ziegelverblendete Baugruppe im Stil der Neuen Sachlichkeit am Rande der gründerzeitlichen Bahnhofsvorstadt. Das großzügige Haupttreppenhaus befindet sich im massiven Eckturm der L-förmigen Anlage, welche den Schulhof von den Vorstadtstraßen seit 1931 abschirmt und den Blick zum Stadtseepark öffnet, der ab 1932 aus der Niederung des Flüsschens Uchte westlich der Altstadt landschaftsgärtnerisch geformt wurde.

Im Inneren der Schule verstärkt sich die stilistisch moderne Anmutung des Baues. Die dreiläufige Treppe erinnert an jene im Lehrtrakt des Dessauer Bauhausgebäudes von 1926 (Abb. 1).

Abb. 2: Comeniusschule Stendal

Beim 1927 ausgelobten Architektenwettbewerb für die Stendaler Höhere Mädchenschule (Staatliches Oberlyzeum) wählte die Jury den schnörkellosen Zweckbau zum Siegerentwurf. Mit einem Ziegelkleid aus unterschiedlichen Verbänden im Oldenburger Format fügte der Architekt Paul Schaeffer-Heyrothsberge (1891–1962, bekannt für das 1930 bis 1932 für den Faber-Zeitungsverlag gebaute erste Hochhaus in Magdeburg) diesen kubischen Bau sowohl in die örtliche Schultradition als auch in die norddeutsche Backsteinbaukunst (Abb. 2).

Der seinerzeit vorbildliche Schulbau wird bis heute bestimmungsgemäß genutzt mit geringen Änderungen. So lernen seit 1949 Jungen und Mädchen zusammen und der Name der Schule verweist auf den berühmten Pädagogen Jan Amos Comenius (1592–1670), der seit dem 17. Jahrhundert europaweit für gewaltfreies gemeinsames Lernen steht.

 

Text: Luise Schier

Abbildungen 1-2: G. Preuß

Internet: Maria Albrecht