Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt
Landesmuseum für Vorgeschichte

Juni: Seegebiet Mansfelder Land, Ortsteil Röblingen am See: Gutshof

Abb. 1: Röblingen, Pfarrstraße 3, 5, Gutshof.

Zusammen mit der Kirche und dem Pfarrhof bildet das Gut ein markantes Ensemble in der Ortsmitte von Röblingen am See. Mehrere Höfe und eine Vielzahl von Gebäuden umfassend, zählt die weitläufige Anlage zu den größten ihrer Art im Mansfelder Land. 1612 erwarb der Eisleber Kaufmann Christoph Ellinger das Freigut von Graf David von Mansfeld, 1772 wechselte es in den Besitz von Georg Philipp Wentzel und wurde damit Ausgangspunkt für den Wentzelschen Großgrundbesitz im Mansfelder Land. Die locker gruppierten Wohn- und Wirtschaftsgebäude entstammen in ihrer heutigen Gestalt im Wesentlichen dem 19. und frühen 20. Jahrhundert, besonders markant darunter ist das über einem ausgeprägten Souterraingeschoss errichtete Haupthaus der Zeit um 1910 in barockisierendem Duktus mit Mansarddach und großer Wappentafel am Westgiebel. In die Umfassungsmauer zwischen Haupthaus und Stallgebäude integriert wurde als historische Reminiszenz ein rundbogiges Sitznischenportal von 1613, das sich durch seinen roten Sandstein wirkungsvoll vom verwendeten hellen Kalksandstein abhebt. Im östlich an das Haupthaus anschließenden Hof befindet sich als Besonderheit noch ein runder, gemauerter Taubenturm mit achteckigem hölzernem Aufsatz. Die insgesamt gut erhaltene und gepflegte Röblinger Gutsanlage verkörpert ein orts- und kunstgeschichtlich wichtiges Zeugnis und ist überdies von großer städtebaulicher Bedeutung.

Abb. 2: Gutshof, Detail.

Text: M. Köhler
Fotos: G. Preuß
Redaktion: S. Meinel, U. Steinecke
Internet: J. Kruse