Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt
Landesmuseum für Vorgeschichte
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Dauerausstellung

Das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle ist eines der wichtigsten archäologischen Museen in Mitteleuropa. Zum umfangreichen Sammlungsbestand von mehr als 15 Millionen Funden gehören zahlreiche Stücke weltweiten Ranges, wie beispielsweise die berühmte Himmelsscheibe von Nebra. Die außergewöhnlich interessanten archäologischen Funde Sachsen-Anhalts werden in zeitlicher Folge - vom Beginn der Steinzeit bis zur frühen römischen Kaiserzeit - ausgestellt. Der erste Abschnitt "Geisteskraft" (Alt- und Mittelpaläolithikum) wurde am 17. April 2003 eröffnet. Der zweite Abschnitt "Menschenwechsel" (Jungpaläo- und Mesolithikum) eröffnete am 9. Dezember 2004, der dritte Abschnitt "Lebenswandel" (Jungsteinzeit bis frühe Bronzezeit) am 23. Mai 2008 und der vierte Abschnitt "Glutgeboren" (Mittelbronzezeit bis vorrömische Eisenzeit) am 7. Dezember 2012. Seit dem 20. Februar 2015 steht den Besuchern auch der Ausstellungsabschnitt zur frühen römischen Kaiserzeit offen. In den folgenden Jahren wird die Dauerausstellung nach und nach erweitert. Den chronologischen Endpunkt werden das Mittelalter und die Frühe Neuzeit bilden.

Altsteinzeit

Paläolithikum
Die Sammlung des Museums zum Paläolithikum - der Altsteinzeit - ist eine der ältesten und umfangreichsten ihrer Art in Europa. Einige der bekanntesten Inventare von Fundstellen wie Bilzingsleben, Neumark-Nord, Gröbern, Königsaue und Ranis sind hier zu sehen. All diese Orte besitzen einen besonderen Stellenwert für das Verständnis des Paläolithikums in Mitteleuropa. Betritt man die Ausstellung, so gibt es vielleicht keinen besseren Einstieg in die Welt der älteren Altsteinzeit als die Begegnung mit dem Befund von Bilzingsleben in Thüringen, der sich vor dem Betrachter auf einer Fläche von ca. 40 m² erstreckt.
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Mittelsteinzeit

Mesolithikum
Vor rund 11.500 Jahren ging die letzte Eiszeit zu Ende und eine bis heute andauernde Warmzeit begann. Die Umweltverhältnisse änderten sich wie in vielen anderen Klimawechseln zuvor erneut grundlegend. Spärliche Gehölze wuchsen zu dichten Wäldern. Mit dem Rückgang der offenen Landschaften der Eiszeit verschwanden aber auch die großen Rentier- und Pferdeherden, die dem Menschen ergiebige Nahrungsquellen waren. Wieder einmal mussten die Menschen ihre Lebensstrategien und Verhaltensweisen umstellen; aus Tundrajägern wurden nun Waldläufer und Fischer. Es ist die letzte, etwa 6000 Jahre dauernde Phase des Wildbeutertums in Europa, das so genannte Mesolithikum, die Mittelsteinzeit.
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Jungsteinzeit

Neolithikum
Der Übergang vom Wildbeutertum zu Pflanzenanbau und Viehhaltung markiert den Beginn der Jungsteinzeit, dem Neolithikum. Es ist der gewaltigste Kulturwandel in der Menschheitsgeschichte. In Mitteldeutschland vollzog er sich vor 7500 bis 7000 Jahren. Man begann, die Umwelt zu manipulieren, um vom natürlichen Nahrungsangebot unabhängiger zu sein. Das neue Lebenskonzept war jedoch keine selbständige Entwicklung hiesiger Völker. Erstmalig erfolgte dieser fundamentale Umbruch vor etwa 11000 Jahren im südlichen Vorland des Taurus- und Zagrosgebirges, dem heutigen türkisch-iranisch-irakischen Grenzgebiet. Von dort stießen Bauerngruppen auf der Suche nach Neuland innerhalb von etwa 2000 Jahren nach Südosteuropa vor und zogen schließlich nach Mitteleuropa. Im Gepäck hatten sie das komplette neue Kulturbündel: Saatgut, Vieh, Hausbau, Keramik, Textilien und Steinschliff, aber auch Gebräuche und Glaube.
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Frühbronzezeit

Frühbronzezeit
Zum Ende des dritten Jahrtausends v. Chr. machten sich in Mitteleuropa einheimische Kulturen allmählich mit einem neuen Werkstoff vertraut: Bronze, einer Legierung aus Kupfer und Zinn. Unmittelbare Voraussetzungen für den Beginn einer Metallzeit waren die Einbindung in das Distributionsnetz alpiner Kupfererze und der Anschluss an das sich über Südost- und Südeuropa ausbreitende technische „Know How“. Das verbindende archäologische Merkmal der mitteleuropäischen Frühbronzezeit ist die Bestattungssitte, Verstorbene in „gehockter“ Position zu begraben. Sie wird gut nachvollziehbar aus dem heimischen jungsteinzeitlichen Erbe an die erste Metallzeit weitergereicht und spiegelt damit die Beibehaltung religiöser Konzepte wider.
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Mittlere Bronzezeit

Mitte des zweiten vorchristlichen Jahrtausends war hierzulande das vormals so prosperierende Wirtschaftsgefüge zerfallen. Zwar produzierte man im Vergleich zu den frühbronzezeitlichen Legierungen nun relativ standardisierte Zinnbronzen mit verbesserter Härte und Elastizität. Doch trotz dieses technologischen Fortschritts lässt die Fundarmut in den vormals reichen Gebieten eher einen kulturellen Niedergang am Übergang von Früh- zu Mittelbronzezeit vermuten. Mitteldeutschland fungierte nicht mehr als Drehscheibe zwischen Ostseegebiet und Alpenraum.
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Späte Bronzezeit

Gegen Ende des 2. Jahrtausends v. Chr. gelangten die hiesigen Gemeinschaften wieder zu wirtschaftlichem Wohlstand. Umfangreiche Hortfunde mit neuen Bronzeformen wie die in Größe und Gewicht genormt wirkenden Sicheln, die repräsentativen Schwerter und Schmuckfibeln indizieren dies eindeutig. In den Gräbern und Siedlungen zeichnet sich diese Prosperität aber nicht so deutlich ab. Entweder blieben die sozialen Hierarchien tatsächlich flach, oder sie zeigten sich nicht in reichen Grabbeigaben und Prachtbauten.
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Vorrömische Eisenzeit

Im 10. Jh. v. Chr. tauchte in den Landschaften um Mittelelbe und Saale ein neues Material auf: Eisen. Es handelt sich um Waffen der Kimmerer, einem Reitervolk, das aus dem nördlichen Schwarzmeergebiet bis nach Ungarn vordrang. Das führte aber noch nicht zur eigenen Eisengewinnung und -verarbeitung vor Ort. Das begann erst seit Mitte des 8. Jh. v. Chr. in der Billendorfer-, Hausurnen- und Thüringer Kultur. Zunächst hing die Eisenverarbeitung von importierten Barren ab. Die bislang frühesten Spuren der Verhüttung von lokalem Raseneisenerz – Rennofenreste und Schlacke aus dem östlichen Vorharz – datieren in das 4./3. Jh. v. Chr. Dieses Metall war einer der Faktoren, die auch hierzulande das soziale und wirtschaftliche Leben wieder einmal grundlegend revolutionierte.
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Frühe Römische Kaiserzeit

Ab 20. Februar 2015 wird ein neuer Abschnitt der Dauerausstellung des Landesmuseums für Vorgeschichte der Öffentlichkeit übergeben. Diesmal wird das folgenreiche Aufeinanderprallen zweier völlig unterschiedlichen Zivilisationen behandelt: die römische Hochkultur trifft auf die germanische Welt.
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