Ein durchaus sensationeller, weil wirklich seltener Goldfund ist Thema dieses FUMOs. Zwar ist die Goldmenge im Vergleich zu üblicherweise bemerkenswerten Goldfunden verhältnismäßig gering - doch Grund genug für ein interdisziplinäres Projekt, über das Archäologen, Physiker, Chemiker und eine Kunststudentin die Köpfe zusammensteckten. Die spannende Reise in die faszinierende Welt des Goldes beginnt natürlich bei der Himmelsscheibe von Nebra und endet in den Anfängen der modernen Atomforschung ...
Die ausgehende Jungsteinzeit ist eine äußerst spannende Zeit: Zwei große Kulturen, die Glockenbecherkultur und die Kultur mit Schnurkeramik, läuten europaweit eine neue Epoche ein. Überliefert sind uns vor allem Bestattungen, die Zeugnis über das Leben der Schnurkeramiker vor über 4500 Jahren geben.
Welche Überraschungen so eine Steinkiste bergen kann, berichtet direkt vom Schauplatz des Geschehens Christian Bogen…
Die Ausstellung „Der geschmiedete Himmel“ eröffnet am 15. Oktober 2004. Der FUMO Oktober 2004 stammt aus der Werkstatt des Landesmuseums und steht mit dem Titel der Ausstellung in engem Zusammenhang. Die Goldschmiede Karoline Finke und Cora Bozan fertigten dort Teile der Himmelsscheibe von Nebra an. Lesen Sie hier, wie die Sterne auf die Scheibe kommen…
Ein unscheinbarer grauer Strich auf einer latenezeitlichen Keramikscherbe, gefunden auf einer Grabung bei Wetzendorf, verwundert den Ausgräber. Es lässt ihm keine Ruhe: Wie kommt der graue Strich auf die Scherbe? Die Geschichte wird spannender, als er zu Anfang gedacht hat. Zum Schluss muss noch das Landeskriminalamt eingeschaltet werden. Ganz nebenbei kommen wir fast mit Schusswaffen in Berührung, und schließlich gerät die Sache im Kohlenkeller des Museums zu einer ziemlich heißen Angelegenheit
Mit vereinten Kräften gelangen die Wissenschaftler schließlich ans Ziel, und klären den prähistorischen Graffiti-Fall auf…
Die Spatenwissenschaft bringt Licht nicht nur in weit zurückliegende Zeiten. Auch jüngste Ereignisse sind durch historische Zeugnisse (Bilder, Briefe, Akten etc.) oft nicht hinreichend überliefert. So erbrachte die Ausgrabung eines Kriegsgefangenenlagers aus der Zeit des 1. Weltkrieges am Nordrand des Harzes interessante Einblicke in den Alltag der Gefangenen und ihrer Bewacher.
Auf einer archäologischen Ausgrabung nördlich der Unesco Welterbestadt Quedlinburg am Nordrand des Harzes zeichnet sich eine komplexe Siedlungsfundstelle ab. Diese datiert in die spätere Römische Kaiserzeit (3. bis 4. Jahrhundert nach Christus). Von der Siedlung selbst sind die Grundrisse von so genannten Grubenhäusern erhalten. Deren Fußboden lag, eingetieft wie bei einer Grube, bis zu einem Meter unter der damaligen (und heutigen) Oberfläche. Es finden sich ebenfalls die Reste von ehemaligen Lager - und Abfallgruben. Die darin erhaltenen Keramik - und Knochenreste ermöglichen eine zeitliche Einordnung der Fundstelle.
Außergewöhnlich ist dabei der Fund eines Eisenverhüttungsplatzes mitten in der Siedlung. Die Reste von 26 Rennfeueröfen und Verarbeitungsgruben zur Eisengewinnung sind erstaunlich gut erhalten. Die Eisenverarbeitung ist zu der damaligen Zeit zwar schon seit über 1000 Jahren bekannt, doch wird sie eher in kleinem Maßstab betrieben. Die bemerkenswert groß ...
Der Grafenhof an der Breiten Straße in Magdeburg wurde 1998 bei Ausgrabungen durch das Landesamt für Archäologie entdeckt. Er liegt auf dem Baugrundstück des zukünftigen und „letzten“ Hundertwasserhauses und grenzt heute den Magdeburger Domplatz nach Nordwesten ab.
Erstmals wird diese Hoffläche in einer Urkunde vom 10. März 1314 erwähnt. Hierin überträgt der Dompropst mit Zustimmung des Erzbischofs Burchhard das Landstück an die Stiftsgemeinde St. Nikolai für einen Kirchenneubau. Über ein halbes Jahrtausend nach ihrer Erbauung wird im Jahre 1959 die Ruine der 1945 ausgebombten Kirche abgerissen und an ihrer Stelle ein achtstöckiges Gebäude errichtet, das mittlerweile dem vorgesehenen Hundertwasserhaus weichen musste.
Bei den Ausgrabungen kamen nun die Reste eines unterkellerten Steinhauses aus dem 13. Jahrhundert zutage. Der 6x8 m große Keller wies sowohl an der Nord- wie an der Südwand Fensterschächte auf, durch die Licht in den Keller gelangen konnte. Die ...
Bei den Ausgrabungen auf der zukünftigen Trasse der Bundesstrasse 6 im Landkreis Quedlinburg wurde im Sommer 2003 eine bemerkenswerte Doppelbestattung freigelegt: die Skelette zweier Männer liegen auffällig dicht nebeneinander. Als Todesursache kommt wohl Pfeilbeschuss in Frage. Jeweils im Brustkorb der Männer können die tödlichen Projektile sichergestellt werden. Wurden Sie Opfer kriegerischer Handlungen oder liegt womöglich eine rituelle Tötung vor?
Zunächst sieht alles ganz harmlos aus. Der Befund, eine unregelmäßig ovale Verfärbung, erweist sich beim Anlegen des Profils als so genannte Kegelstumpfgrube, die als Vorrats- oder Speichergrube klassifiziert wird. Dann die Überraschung: circa 80 cm unter dem Baggerplanum kommt erst ein Schädel zum Vorschein, dann noch ein zweiter.
Schließlich zeigt sich eine ungefähr 1, 80 m auf 1, 30 m große Grabgrube von leicht unregelmäßiger länglicher Form. In der Grabgrube liegen die gut erhaltenen Skelette zweier Männer, ...
Wertvolle Fundstücke aus Wittenberg künden von der großen Bedeutung der Stadt im 13. Jahrhundert.
Auf dem Grundstück Schlossplatz 4 in Wittenberg fand im Winter 2003/2004 eine umfangreiche archäologische Untersuchung statt. Der Grund für die Grabungen ist die hier geplante Errichtung eines Gesundheits- und Tagungszentrums. Von Anfang an herrschte bei den Bauherren ein reges Interesse an den archäologischen Forschungen. Gerade durch dieses Entgegenkommen, das durchaus auch terminliche und finanzielle Opfer erforderte, war es möglich, eine Fläche von etwa 70 Quadratmetern akribisch zu untersuchen und wichtige Ergebnisse zur mittelalterlichen Stadtgeschichte zu gewinnen.
Auf der relativ kleinen, aber von modernen Eingriffen völlig ungestörten Fläche wurden insgesamt sieben Öfen oder Herdstellen aus dem 13. und 14. Jahrhundert dokumentiert. Der Höhepunkt ist dabei eine sehr gut erhaltene Warmluftheizung des späten 14. Jahrhunderts, die mit großer materieller Unterstützun ...
Die glockenbecherzeitliche Bestattung, die hier im Mittelpunkt stehen soll, wurde im Spätsommer 2003 nordöstlich von Quedlinburg am Hangfuß südöstlich des Flüsschens Bode entdeckt. Sie gehört sehr wahrscheinlich zu einem kleinen Gräberfeld, denn nur knapp 8 m westlich dieses Befundes kam eine weitere, ebenfalls SO-NW angelegte Grabgrube zum Vorschein, die zwei übereinander liegende Skelette enthielt. Der archäologische Befund scheint dafür zu sprechen, dass die Bestattung der beiden anthropologisch als weiblich bestimmten Personen entweder gleichzeitig erfolgte oder das Obergrab wenig später, aber ganz bewusst direkt über dem Untergrab angelegt worden ist. Eine kleine zylindrische Tasse mit Bandhenkel, die zu Füßen des Untergrabes gefunden wurde, lässt sich einstweilen noch nicht datieren. Die sogenannten Etagengräber treten sowohl während der Glockenbecher-Kultur als auch in der Frühbronzezeit auf. Unweit der Hockergräber liegt eine mangels Beigaben nicht datierbar ...
Das „Bornkindl“
Die erste Plastik stellt ein nacktes Kind dar. Die Höhe des Fundes beträgt 3,6 cm. Die Füße sind abgebrochen. Die max. Breite liegt an den Ellenbogen bei 1,3 cm. Die Figur besteht aus rosafarbenem Ton mit minimalen Kalkanhaftungen. Auffallend ist die Naht, die sich in Längsrichtung rund um den gesamten Gegenstand zieht. Sie weist darauf hin, dass die Figur im zweischaligen Model hergestellt wurde. Der Ton wurde nicht gegossen, sondern manuell in die Modelhälften hinein gepresst. Beim Brand blieben Risse zwischen den einzelnen Tonklümpchen vor allem am Rücken und unter dem Kniebereich zurück.
Deutlich ist das lockige Haar am Hinterkopf modelliert, während dem Geschlecht wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Mit beiden Händen hält das Kind einen runden Gegenstand von 0,3 cm Durchmesser. Die Knie sind leicht angezogen, was für eine liegende Verwendung spricht.
Die Verwendung dieser Figuren war sowohl im profanen Bereich als Kinderspielzeu ...
Langjährige Grabungserfahrung zeigt, dass kulturhistorisch wertvolle Fundstücke nicht immer tief vergraben sein müssen. Häufig liegen sie nur knapp unter dem Pflughorizont. Der besonderen Aufmerksamkeit des ehrenamtlichen Bodendenkmalpflegers Hans-Jürgen Müller ist es zu verdanken, dass auf der MITGAS-Trasse Peißen-Wiederitzsch ein frühbronzezeitlicher Hortfund (Aunjetitzer Kultur) vor dem Abbaggern gerettet werden konnte.
Nach dem ersten Baggerabtrag zeigten sich eine senkrecht stehende Nadel sowie spiralförmige Drähte im Planum.
Diese wurden sofort gesichert und sorgfältig mit der Hand freigelegt. Direkt anschließend wurde der Suchschnitt durch Befund 67 flächig erweitert und vollständig ausgegraben. Zudem erfolgte eine Begehung des Areals mit einer Metallsonde. Es ergibt sich folgendes Gesamtbild: der Hort enthielt neben Keramik und Tierknochen insgesamt 7 Bronzegegenstände in z.T. nur noch fragmentarischer Erhaltung. Dabei handelt es sich um Draht, die Rest ...