Die Ausstellung

30.03.2012 - 31.08.2012 Elefantenreich im Museum für Naturkunde Berlin

 

Rund 200.000 Jahre alt ist der Schatz, den Archäologen während vieler Jahre vor dem Schaufelradbagger in der Braunkohlegrube Neumark-Nord gerettet haben.

In den fossilen Sedimenten blieben die Relikte eines ganzen Seebiotops erhalten, das die Vielfalt und die Fremdartigkeit einer längst vergangenen Urwelt zeigt. Heute ist diese Fundstelle eine der bedeutendsten Informationsquellen zur Altsteinzeit in Europa.

copyright: LDA, Foto: Juraj Lipták

Im Zentrum der Ausstellung stehen die Überreste von 70 Eurasischen Altelefanten, die im und am See starben. Diese Kolosse überragten deutlich die Körperhöhe heutiger Elefanten. Ihre gut erhaltenen Skelette bieten eine weltweit einzigartige Möglichkeit zur Erforschung der packenden Evolutionsgeschichte dieser für uns heute fremden Geschöpfe.

Rotfeder
Sogar die Schuppen der fossilen Rotfeder sind noch zu erkennen (copyright: LDA / Juraj Lipták)

Ein interdisziplinäres Team von Wissenschaftlern erforscht die Fundstelle Neumark-Nord. Ihnen offenbart sich ein geradezu südländisches Ökosystem, das während einer Wärmephase des Eiszeitalters existierte. Die extrem gut erhaltenen Reste von exotischen Tieren und sagenhaften 186 Pflanzenarten illustrieren gut die Entfaltung einer üppigen Lebenspracht.

Spezielle Pflanzen wie der Tatarenahorn weisen auf ein warmes, gemäßigtes Landschaftsbild, ähnlich wie heute in Südeuropa. Das Gelände bot nicht nur Tränkestellen und Suhlen für das Wild, sondern mit Sohleaustritten auch Salzlecken.

Verschiedene Werkzeuge belegen die Anwesenheit des Urmenschen - Vorläufer des Neandertalers - und dessen intelligentes Handeln in diesem Naturraum.

Feuersteinwerkzeuge aus Neumark-Nord 1 (copyright: LDA / Juraj Lipták)

Die Uferzonen waren hervorragende und häufig aufgesuchte Jagdreviere. Ergänzend werden weitere prominente Funde präsentiert: die etwa zeitgleichen Menschenknochen von Weimar-Ehringsdorf sowie die Holzlanze von Lehringen, die im Brustkorb eines Elefanten steckte.
In Ihnen begegnen wir diesen routinierten Urzeitjägern und ihrem mutigen Vorgehen persönlich. 

Raubtiere jagten am See: Schädel eines Höhlenlöwen (copyright: LDA / Juraj Lipták)

Die Tierwelt des ehemaligen Seebiotops im Geiseltal verdeutlicht am eindrücklichsten die Andersartigkeit unseres heutigen Lebensraumes vor ca. 200.00 Jahren. Von kleinen Käfern und Schmeißfliegen bis hin zu Hyänen und Höhlenlöwen zeigt sich eine vergessene Lebensvielfalt im Herzen Europas.