Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt
Landesmuseum für Vorgeschichte
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10. Mitteldeutscher Archäologentag (2017)

Überschuss ohne Staat - Politische Formen in der Vorgeschichte

Der Mitteldeutsche Archäologentag wird seit 2008 jährlich in Halle durchgeführt und behandelt aktuelle archäologische Themen in Vorträgen und Posterpräsentationen.

Der 10. Mitteldeutsche Archäologentag vom 19. bis 21. Oktober 2017 widmete sich dem Thema
"Überschuss ohne Staat - Politische Formen in der Vorgeschichte".

Hier gelangen Sie zu den Rückblicken auf den

- 9. Mitteldeutschen Archäologentag (2016) zum Thema "Migration und Integration von der Urgeschichte bis zum Mittelalter"
- 8. Mitteldeutschen Archäologentag (2015) zum Thema "Arm und Reich - Zur Ressourcenverteilung in prähistorischen Gesellschaften"
- 7. Mitteldeutschen Archäologentag (2014) zum Thema "2200 BC - Ein Klimasturz als Ursache für den Zerfall der Alten Welt?"
- 6. Mitteldeutschen Archäologentag (2013) zum Thema "Metalle der Macht - Frühes Gold und Silber"
- 5. Mitteldeutschen Archäologentag (2012) zum Thema "Rot"
- 4. Mitteldeutschen Archäologentag (2011) zum Thema "1600"
- 3. Mitteldeutschen Archäologentag (2010) zum Thema "Umweltarchäologie"
- 2. Mitteldeutschen Archäologentag (2009) zum Thema "Anthropologie, Isotopie und DNA"
- 1. Mitteldeutschen Archäologentag (2008) zum Thema "Schlachtfeldarchäologie"

 

Tagungsband

Der Tagungsband "Überschuss ohne Staat - Politische Formen in der Vorgeschichte" ist im Oktober 2018 erscheinen. Sie können ihn hier bestellen.

Abstracts und Tagungsprogramm


Den Abstractband zu den Vorträgen können Sie hier als pdf-Datei herunterladen.


Zum Tagungsprogramm gelangen Sie hier .

Rückblick

Die Tagung begann mit einer thematischen Einführung durch die Veranstalter Prof. Dr. Harald Meller, Prof. Dr. Roberto Risch und Prof. Dr. Detlef Gronenborn. Am Abend erfolgte die Begrüßung durch den Prorektor für Struktur und strategische Entwicklung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Prof. Dr. Wolfgang Auhagen, mit dem anschließenden Festvortrag von Prof. Dr. Peter Turchin von der Universität Connecticut in den Räumlichkeiten des Steintor-Campus der Martin-Luther-Universität. Die teilnehmenden Redner der 21 Vorträge stammten aus einem Dutzend Nationen und von 3 Kontinenten. Insgesamt nahmen etwa 150 Personen an der Konferenz teil. Unterstützt wurde die Tagung durch den Verein zur Förderung des Landesmuseums für Vorgeschichte Halle (Saale) e.V. und durch die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Die Vorträge setzten sich zum einen aus Präsentationen zusammen, in denen komplexe Gesellschaften an der Grenze zum Staat oder als Protostaat zu bezeichnende Gesellschaften vorgestellt wurden, um Abgrenzungskriterien vom Staatlichen oder Nichtstaatlichen zu finden. Einen anderen Teil machten Beiträge aus, die sich mit Gesellschaften ohne Anzeichen von deutlichen vertikalen Hierarchien oder eines Machtmonopols doch mit offenkundiger Arbeitsteilung und spezialisiertem Haus- oder Handwerk befassten. So ergab sich bei mehreren Fallbeispielen eine Vergleichbarkeit und zugleich wurde den Teilnehmern das breite Spektrum menschlichen Zusammenlebens vor Augen geführt. Einen Ansatz zur Quantifizierung und graphischen Darstellung gesellschaftlicher Komplexität stellte Prof. Dr. Turchin in seinem Festvortrag vor. Bedingt durch die meist nur beschränkten Einblicke in prähistorische Gesellschaften und durch die Vielseitigkeit der archäologischen Hinterlassenschaften bleibt aber ein Gesamtvergleich mit dem Ergebnis einer Formel zur Kategorisierung des menschlichen Zusammenlebens aus dem archäologischen Befund heraus Wunschdenken. Im Anschluss der Vorträge wie auch bei der Abschlussdiskussion am 21. Oktober trafen kontroverse Meinungen aufeinander.

Eine Errungenschaft des diesjährigen Archäologentages besteht in der Anregung, sich von kategorischen Denkmustern zu lösen. Das betrifft insbesondere die eurozentrisch und evolutionistisch geprägten Vorstellungen und Bewertungen vom Ablauf gesellschaftlicher Entwicklungen und gemeinschaftlicher Errungenschaften. So sorgten die Beiträge aus dem afrikanischen und amerikanischen Ausland für einen Perspektivwechsel und bewirkten ein kritisches Hinterfragen der europäischen Forschungstradition im Bezug auf die Anwendung von Gesellschaftsmodellen und die strikte Kategorisierung prähistorischer Gesellschaften.

Auch in diesem Jahr gelang es, pünktlich den Konferenzband des vergangenen Archäologentages mit dem Thema "Migration und Integration von der Urgeschichte bis zum Mittelalter" zu präsentieren. Die Publikation der diesjährigen Beiträge in der Reihe "Tagungen des Landesmuseums für Vorgeschichte" ist anlässlich des Mitteldeutschen Archäologentages 2018 geplant.

 

 

Begrüßung und Einleitung durch die Veranstalter (Foto: LDA, G. Schafferer).
Gruppenbild der Referenten des 10. Mitteldeutschen Archäologentages (Foto: LDA, G. Schafferer).

Veranstalter: Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt mit Unterstützung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und des Vereins zur Förderung des Landesmuseums für Vorgeschichte Halle (Saale) e.V.

Organisation und Tagungsbüro: Konstanze Geppert M.A. und Jonathan Schulz M.A.