Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt
Landesmuseum für Vorgeschichte
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1. Mitteldeutscher Archäologentag 2008

 

Seit dem Jahr 2006 werden vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt archäologische Untersuchungen auf dem ehemaligen Schlachtfeld von Lützen durchgeführt. Unterstützt werden die Forschungen durch die MIBRAG-Stiftung zur Förderung der Archäologie in Sachsen-Anhalt, sowie durch die Stadt Lützen. Durch die Auswertung der zahlreichen Funde konnte der bisher bekannte Schlachtverlauf konkretisiert und zum Teil neu rekonstruiert werden. Das LDA nahm die Ergebnisse der Untersuchungen zum Anlass, die Schlachtfeldarchäologie im Rahmen des 1. Mitteldeutschen Archäologentages zu thematisieren.

Der 2. Mitteldeutsche Archäologentag im Oktober 2009 widmete sich der Anwendung neuer naturwissenschaftlicher Methoden aus Anthropologie, Isotopie und Molekulargenetik in der Archäologie. Weitere Informationen erhalten Sie hier...

Abstractband (Klick zum Download)

Abstractband

Abstractband mit Kurzzusammenfassungen der Vorträge hier zum Download im pdf-Format (auf das Bild rechts klicken).

Tagungsprogramm im pdf-Format zum Download

Tagungsband Schlachtfeldarchäologie

Tagungsband

Der Tagungsband "Schlachtfeldarchäologie" ist seit Oktober 2009 erhältlich.

H. Meller (Hrsg.), Schlachtfeldarchäologie. Battlefield Archaeology. 1. Mitteldeutscher Archäologentag vom 09. bis 11. Oktober 2008 in Halle (Saale). Tagungen des Landesmuseums für Vorgeschichte Halle 2 (Halle (Saale) 2009), 268 Seiten, zahlreiche Farbabbildungen, ISBN: 978-3-939414-41-4.

Inhaltsverzeichnis als pdf

Den Band können Sie direkt über die Bibliothek des LDA (Frau Kuhlow, Tel. 0345/5247332, E-Mail: hkuhlow(at)lda.mk.sachsen-anhalt.de) zum Preis von 35,00 € erwerben.

Rückblick

Mit ca. 150 Gästen war der 1. Mitteldeutsche Archäologentag zum Thema Schlachtfeldarchäologie im Okt ober 2008 ein voller Erfolg. Erstmals fand in Deutschland ein Kongress zu diesem Thema statt. Durch die Beiträge zahlreicher Wissenschaftler vor allem aus Deutschland, aber auch aus Schweden, Großbritannien, USA, Griechenland und anderen Ländern, wurde deutlich, welches Potential in der archäologischen Erforschung von Schlachtfeldern steckt. Gleichzeitig wurde offensichtlich, wie groß die Defizite der deutschen Forschung in diesem Bereich noch sind. Dass die Tagung diesem Umstand nachhaltig entgegenwirkt, zeigt eine inzwischen erschienene Ausgabe der Zeitschrift  "Archäologie in Deutschland" (Heft 1/2009) zum Schwerpunktthema Schlachtfeldarchäologie sowie der Fortgang der Forschungen auf dem Lützener Schlachtfeld. 

Veranstalter: Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt
beteiligt: Martin-Luther-Universität Halle Wittenberg

Organisation und Tagungsbüro: Norma Literski M. A.


Anlässlich der Tagung wurde auch eine Ausstellung zu Ausgrabungen an einem schwedischen Feldlager des Dreißigjährigen Krieges bei Latdorf/Bernburg präsentiert (siehe unten). Weitere Informationen über die archäologischen Untersuchungen erhalten Sie im Fund des Monats Oktober 2008.
Die Ausstellung wurde realisiert durch:

Jens Brauer / GESCHICHTSFABRIK
Kulturmanagement & Geschichtsmarketing
Hudtwalcker Straße 25a
22299 Hamburg
www.geschichtsfabrik.de

Die Publikation des Tagungsbandes zum 1. Mitteldeutschen Archäologentag ist für Herbst 2009 geplant.
Den zweisprachigen Abstractband mit den Kurzzusammenfassungen der Vorträge können Sie hier herunterladen: Abstracts Schlachtfeldarchäologie als pdf

Die Exkursionsteilnehmer während der Tagung vor der Gustav-Adolf-Gedenkstätte in Lützen.
Die Referenten der Tagung (vlnr.): Volker Demuth M.A.; Dr. Werner Zanier; André Schürger M.A.; Anja Grothe M.A.; Tim Sutherland; Dr. Tony Pollard; Dr. Birgit Großkopf; Dr. Harald Meller; Dr. Reinhard Jung; Dr. Douglas D. Scott; Maik Reichel; Clemens Reichel; Dr. Bo Knarrström; Dr. Glenn Foard
Die Ausstellung zu Ausgrabungen bei Latdorf mit Funden des 30-Jährigen Krieges im Foyer des Melanchthonianums.


Übersicht

Die Schlacht bei Lützen im November 1632 zählt zu den bedeutendsten Schlachten des Dreißigjährigen Krieges.
Während des blutigen Gefechtes zwischen den kaiserlichen Truppen unter dem Feldherrn Wallenstein und schwedischen Kampfeinheiten unter König Gustav II. Adolf wurde der charismatische Schwedenkönig tödlich verwundet und verstarb noch auf dem Schlachtfeld. Der Ablauf der Schlacht war Historikern bisher primär aus verschiedenen zeitgenössischen Quellen bekannt, die sich im Detail auch auch widersprachen.

Die Schlachtfeldarchäologie war im September 2008 auch Thema des Fund des Monats (hier weiterlesen).

Gussform
Hälfte einer Gussform für Bleikugeln (Foto LDA/ A. Hörentrup)

Archäologische Untersuchungen historischer Schlachten sind ein hauptsächlich in den Vereinigten Staaten und in Großbritannien stärker etablierter Wissenschaftsbereich. Geprägt wurde die Schlachtfeldarchäologie vor allem durch entsprechende Forschungen auf dem Schlachtfeld von Little Bighorn (Montana/ USA) seit den frühen 1980er Jahren.

Zum Auftakt des 1. Mitteldeutschen Archäologentages sprach Herr Dr. Douglas D. Scott, Ausgräber und Erforscher der Schlacht am Little Bighorn River, im Rahmen eines Festvortrages.

Hierzulande sind vor allem die archäologischen Untersuchungen zur Varusschlacht bei Kalkriese einer breiteren Öffentlichkeit bekannt geworden. Mit den Prospektionen auf dem Lützener Schlachtfeld wird die Bandbreite entsprechender Forschungen erweitert.
Das Spektrum der Vortragsthemen umfasste archäologische Nachweise von Schlachten der Antike, der Römerzeit und der frühen Neuzeit in ganz Europa und darüber hinaus. Die Zeit des Dreißigjährigen Krieges bildete dabei einen besonderen Schwerpunkt. Forschungen zu Phänomenen wie Massengräbern und Gefangenenlagern wurden zusätzlich in einzelnen Vorträgen vorgestellt, um sich dem Thema Schlachtfeldarchäologie auf möglichst breiter Ebene zu nähern und wesentliche Aspekte der Thematik weiterzuentwickeln.

Einen kurzen Einblick in die archäologischen Forschungen auf dem Lützener Schlachtfeld finden Sie auch in unserer Rubrik Forschung (hier klicken)