Mitteldeutscher Archäologentag
5. Mitteldeutscher Archäologentag
"ROT"
internationale Tagung von 4. bis 6. Oktober 2012 in Halle (Saale)
Im Jahr 2012 sehen die Teilnehmer und Referenten des 5. Mitteldeutschen Archäologentages im wahrsten Sinne des Wortes „ROT“. Die Farbe Rot steht in verschiedenen Kontexten symbolisch für Macht und Herrschaft, Feuer, Blut, Liebe etc. Ihr wurde seit dem Paläolithikum, durch alle Zeiten bis hin in die jüngste Vergangenheit und Gegenwart des Menschen, eine besondere Bedeutung beigemessen. Nach der sprachlichen Unterscheidung von Hell und Dunkel, erhielt Rot in den meisten Sprachen sehr früh ein eigenes Wort.
Rot als Eisenoxid, in Form von Ocker, Rötel oder Hämatit ist wohl die am einfachsten zu gewinnende Farbe, da die Pigmente nahezu überall lokal gewonnen werden können. So verwundert es kaum, dass die ältesten Belege für die Verwendung von Rot bereits während des Paläolithikums auftreten. Rötel im rituellen Kontext bei Bestattungen oder der Gestaltung verschiedenster Bildsequenzen auf Höhlenwänden sind nur einige Beispiele dafür.
Auch für die mitteldeutsche Fundlandschaft kann im archäologischen Kontext roter Farbstoff zahlreich belegt werden. Bereits für das Mesolithikum gelingt der Nachweis am Befund der „Schamanin von Bad Dürrenberg“. Dieser Bestattung wurde ein Set aus Knochenspatel und Rötelklumpen beigegeben, das wahrscheinlich im Ritus u.a. für die Körperbemalung eine Rolle spielte. Zu weiteren, überregional bedeutenden Funden zählen beispielsweise ein bronzezeitliches Röteldepot aus Niederröblingen oder eine eisenzeitliche Hauswand aus Wennungen, die mit roten geometrischen Motiven großflächig verziert wurde.
Auch viele Jahrhunderte später, in Mittelalter und früher Neuzeit, ist die Rot als Farbe in der Heraldik oder bei herrschaftlichen Gewändern nicht minder bedeutungsvoll. Dieser zeitliche Bogen lässt sich weiter bis zum politischen und gesellschaftlichen Symbolgehalt in der heutigen Zeit spannen.
Die vielen Facetten der Farbe Rot sollen beim kommenden 5. Mitteldeutschen Archäologentag thematisiert werden, um die verschieden Bedeutungsfelder ausgehend von konkreten archäologischen Funden interdisziplinär diskutieren zu können.
Sollten Sie in einem 20-minütigen Vortrag oder einer Posterpräsentation bedeutende archäologische Befunde vom Paläolithikum bis ins Mittelalter diskutieren/vorstellen wollen oder einen Beitrag zu ethnologischen, soziopsychologischen, etymologischen oder farbchemischen Aspekten beisteuern möchten, würden wir uns über die Zusendung eines kurzen aussagekräftigen Abstracts bis zum 19. März 2012 freuen.
Die Tagungsbeiträge werden, wie üblich, im Anschluss zügig gegutachtet (peer review) und publiziert.
Den Call for Papers / Posters können Sie hier als pdf herunterladen.
Zu den Rückblicken der vergangenen Mitteldeutschen Archäologentage gelangen Sie hier:
1. Mitteldeutscher Archäologentag (2008) zum Thema Schlachtfeldarchäolgie
2. Mitteldeutscher Archäologentag (2009) zum Thema Anthropologie, Isotopie und DNA
3. Mitteldeutscher Archäologentag (2010) zum Thema Umweltarchäologie
4. Mitteldeutscher Archäologentag (2011) zum Thema 1600