Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt
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Pressemitteilungen : 30.11.2012

Hallenser Pompeji-Ausstellung wird in Madrid gezeigt

Am 3. Dezember 2012 wird in Madrid die Ausstellung „Pompeya, catástrofe bajo el Vesubio“ im „Canal de Isabel II“ in einer Preview der internationalen Presse vorgeführt werden, um dann vom 6. Dezember 2012 bis zum 5. Mai 2013 für die Besucher geöffnet zu sein.

Die Schau, die jetzt in der spanischen Hauptstadt in der bedeutenden Ausstellungshalle „Sala de Exposiciones Arte Canal“ auf etwa 2.000 m² zu sehen sein wird, ist die leicht modifizierte Landesausstellung „Pompeji - Nola -  Herculaneum. Katastrophen am Vesuv“, die im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle (Saale) in enger, langjähriger  Zusammen-arbeit mit der Soprintendenza Speciale per i Beni Archeologici di Napoli e Pompei, dem Ministero per i Beni e le Attività Culturali und dem Museo Archeologico Nazionale di Napoli konzipiert wurde. Mit 224.000 Besuchern war die von Dezember 2011 bis August 2012 zu sehende Ausstellung eine der bestbesuchten, die je in Halle gezeigt wurde.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Martin Almagro Gorbea wurde sie nun als Ergebnis einer fruchtbaren internationalen Zusammenarbeit zwischen den deutschen, italienischen und spanischen Kollegen für Madrid übernommen. Sie thematisiert verschiedene Aspekte des Lebens in den antiken Städten Pompeji und Herculaneum, die durch den Ausbruch des Vesuvs im Jahre 79 n. Chr. verschüttet wurden.

Die meisten Exponate wurden auch in Halle gezeigt, ihre Inszenierung wird in Madrid allerdings etwas modifiziert und erweitert. Betont wird nun z. B. die Bedeutung des spanischen Königs Karl III. von Bourbon, des „Rey Archeologo“ (1716–1788), der zunächst in seiner Zeit als König von Neapel und Sizilien (1735–1759), aber auch nach seiner anschließenden Übersiedlung nach Madrid die Grabungen in den Vesuvstädten Herculaneum, Pompeji und Stabiae in ganz besonderem Maße förderte und zu einer Säule seiner Kulturpolitik machte. Die bei den damaligen Ausgrabungen zutage gekommenen Kunstgegenstände erregten europaweites Aufsehen, bis hin nach Mitteldeutschland, und wirkten bekanntlich stilbildend für den Klassizismus und wenig später das Empire. Sichtbaren Niederschlag fanden die Entdeckungen in den Vesuvstädten etwa in der Anlage des Gartenreiches Dessau-Wörlitz  mit seinen Bauten und Sammlungen sowie in der theoretischen Beschäftigung mit den römischen Altertümern durch Johann Joachim Winckelmann (1717–1768), den Begründer der Klassischen Archäologie.   

Von den Spaniern übernommen wird auch das in Halle konzipierte Begleitbuch zu der Ausstellung, das nun auch in spanischer Sprache vorliegen wird, ergänzt durch einige Kapitel, die speziell für den spanischen Besucher von besonderem Interesse sein werden.

Für das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle ist die Übernahme der Ausstellung nach Madrid auch Ausdruck der internationalen Wertschätzung des Museums und der Archäologie Sachsen-Anhalts insgesamt.

 

Kontakt:

Dr. Alfred Reichenberger
Tel.: 0345 / 52 47 -312
areichenberger[at]lda.mk.sachsen-anhalt.de

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