19. Mitteldeutscher Archäologentag: ›fake prehistory‹ — Fälschung, Betrug und Geschichtsklitterung in der Archäologie
Internationale Tagung in Halle (Saale) vom 7. bis zum 9. Oktober 2026
Die Archäologie tritt mit dem Anspruch an, aus fragmentarischen Indizien Geschichte zu rekonstruieren. Die Fragmentation der Überlieferung, das Fehlen von Puzzleteilen, hat schon immer auch dazu verleitet, Lücken mit mehr oder weniger begründeter Spekulation zu füllen. Dem gegenüber stehen Fälle von Betrug, gefälschten Funden und Befunden, die bei Bekanntwerden immer wieder das Fach erschüttern. Nicht immer geht es bei Fälschungen in der Archäologie jedoch nur um den individuellen Wunsch nach Ruhm oder auch um hohe Gewinnmargen im Antikenhandel. Die bewusste Verfälschung und Umdeutung archäologischer Ergebnisse mit dem Ziel, eine ideologisch erwünschte Deutung zu erzeugen, charakterisiert nicht nur die Fachgeschichte insbesondere der Prähistorischen Archäologie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Mittlerweile ist das postfaktische Zeitalter auch in der Archäologie angekommen und die Erkenntnisse des Fachs werden erneut von verschiedener Seite massiv ideologisch vereinnahmt. Auf der internationalen Tagung in Halle (Saale) sollen einerseits am Beispiel bekannter Fälschungen archäologischer Objekte und Befunde Intention und Auswirkungen von Fälschungen auf die Glaubwürdigkeit des Faches diskutiert werden. Dabei soll es auch darum gehen, wie und mit welchen Methoden Fälschungen als solche erkannt werden können. In einem weiteren Panel soll es um die Hintergründe und Folgen bewusster Verfälschung und Umdeutung archäologischer Ergebnisse gehen. Wie kann und soll die Archäologie mit Versuchen ideologischer Vereinnahmung umgehen?
Die Details und das Programm werden später noch bekannt gegeben.