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Ausstellung zur Himmelsscheibe von Nebra in Jerewan, Armenien – Masterkopie der Himmelsscheibe von Nebra wird im Historischen Museum Armeniens gezeigt

4. November 2026

Die folgende Presseinformation ist auch als PDF [0,2 MB, nicht barrierefrei] zum Herunterladen erhältlich.

Die Himmelsscheibe von Nebra ist nicht nur das Highlight der Dauerausstellung des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle (Saale). Die älteste konkrete Abbildung kosmischer Phänomene begeistert Menschen weltweit. Hochwertige Kopien des einmaligen Fundes werden regelmäßig an bedeutende Museen verliehen. Als Teil einer Partnerschaft mit dem Goethe-Institut Armenien in Jerewan zeigt das Historische Museum Armeniens ab dem 4. November 2026 eine Masterkopie der Himmelsscheibe von Nebra. Hintergrund ist das transkulturelle Kulturprojekt ›Stellar Frequencies‹, das unter Federführung des Goethe-Instituts Armenien in Partnerschaft mit dem NOPA Soundartfestival und in Kooperation mit institutionellen Partnern in Armenien und Deutschland stattfindet. Das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie (LDA) Sachsen-Anhalt pflegt eine intensive wissenschaftliche Zusammenarbeit mit Sachsen-Anhalts Partnerland Armenien. Das international angelegte Kooperationsprojekt wird durch die Kulturstiftung des Bundes, die ihren Sitz ebenfalls in Halle (Saale) hat, gefördert.

Die Himmelsscheibe von Nebra ist neben der Schamanin von Bad Dürrenberg das Highlight des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle (Saale). Sie zeigt die weltweit älteste konkrete Darstellung astronomischer Phänomene, die wir kennen. Ihrer Bedeutung trägt ihre Aufnahme in das UNESCO-Dokumentenerbe ›Memory of the World‹ Rechnung, die im Juni 2013 erfolgte. Bereits über 2 Millionen Menschen haben die Himmelsscheibe von Nebra im Landesmuseum für Vorgeschichte und bei den seltenen Gelegenheiten, in denen das Original auf Reisen geht, im Original gesehen. Doch auch die hochwertigen Kopien, die das Landesmuseum für Vorgeschichte als Leihgaben bereithält, erfreuen sich größter Beliebtheit. Als Teil einer Partnerschaft mit dem Goethe-Institut Armenien zeigt das Historische Museum Armeniens in Jerewan vom 4. bis zum 29. November 2026 in der Ausstellung ›The Nebra Sky Disc in Yerevan – Stellar Frequencies‹ eine Masterkopie der Himmelsscheibe von Nebra.

Für ihre Präsentation in Jerewan wird die Kopie der Himmelsscheibe von Nebra in die Klanginstallation ›Aenigmata‹ des armenischen Komponisten Vardan Harutyunyan eingebunden. Das Werk, konzipiert als kosmische Parabel, nutzt Klang als primäres Ausdrucksmittel. Keramikglocken von Anush Ghukasyan bilden vier Konstellationen im Raum und werden mit einer Klangkomposition kombiniert. So entsteht eine immersive Umgebung, die die Besucher dazu einlädt, über die beständige Beziehung der Menschheit zum Himmel, seine Geheimnisse und die Geschichten, die wir ihm zuschreiben, nachzudenken.

»Wir freuen uns sehr über die Gelegenheit, im Rahmen dieses beeindruckenden künstlerischen Rahmens die Himmelsscheibe von Nebra den Menschen in Armenien näherbringen zu können«, sagte Landesarchäologe Harald Meller im Rahmen der Eröffnung. »Das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt verbindet seit Jahren eine intensive wissenschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit mit unserem Partnerland Armenien, die hier einen weiteren Höhepunkt findet.«

So kooperiert das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt auch bereits seit Langem mit dem Historischen Museum Armeniens insbesondere im Bereich der Restaurierung. In diesem Rahmen widmeten sich im vergangenen Jahr Fachwissenschaftler beider Institutionen der Konservierung der berühmten, fast 6.000 Jahren alten Lederschuhe aus der Areni-Höhle. Mit dem aktuellen Projekt wird nun die erste gemeinsame Ausstellung realisiert.

Hintergrund: das transkulturelle Projekt ›Stellar Frequencies‹

Das in den armenischen Bergen gelegene Weltraumzentrum ›Aragats‹ war in den 1960er und 1970er Jahren ein zentraler Ort sowjetischer Weltraumforschung. Neben militärischen Funktionen diente es der Erforschung des Kosmos und war ein Vorreiter der SETI-Forschung (Search for Extraterrestrial Intelligence). Die dort gewonnenen Erkenntnisse standen im Kontext des ›Space Race‹, gesteuert aus Moskau, während die armenische Peripherie als Instrument imperialer Machtansprüche fungierte.

Heute sind die Anlagen verlassen und verfallen. Sie zeugen von Vergänglichkeit, während der Blick zu den Sternen weiterhin eine zeitlose Sehnsucht widerspiegelt. Gerade heute ist diese Perspektive hochaktuell: Die Auseinandersetzung mit dem All schärft unser Verständnis der Erde als verletzliches, begrenztes System, macht globale Abhängigkeiten sichtbar und stellt Fragen nach Verantwortung, Technologie und Zukunft neu. Zugleich gewinnen Weltraumprogramme und Visionen einer Expansion ins All erneut geopolitische und wirtschaftliche Bedeutung. Im Anthropozän wird die Reflexion der Erde als vernetzter Raum zentral – zugleich zeigt die Geschichte, dass dieser Blick nicht länger aus einer machtzentrierten Perspektive erfolgen kann, sondern dekolonisiert werden muss.

Bei ›Stellar Frequencies‹ arbeiten internationale Sound-Künstler und -Künstlerinnen zur Verflechtung armenisch-sowjetischer Weltraumforschung und zu zeitgenössischen Theorien des Planetarischen. Während einer Residenz in Armenien entstehen neue künstlerische Positionen, begleitet von theoretischen Beiträgen.

Die Ergebnisse werden in Armenien, Berlin und Nebra ausgestellt, ergänzt durch eine Publikation sowie Vermittlungsformate in Kooperation mit Hochschulen, um Wissenstransfer und neue Publika zu fördern. Das Projekt findet unter Federführung des Goethe-Instituts Armenien in Partnerschaft mit dem NOPA Soundartfestival und in Kooperation mit institutionellen Partnern in Armenien und Deutschland statt, darunter die Arche Nebra und das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt.

Nähere Informationen zu ›Stellar Frequencies‹ finden Sie auf der Website des Goethe-Instituts Armenien.

Das Projekt wird durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert. Die Kulturstiftung des Bundes wird gefördert von dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. 

Kontakt

Dr. Oliver Dietrich | Dr. Tomoko Emmerling
Öffentlichkeitsarbeit
+49 345 5247-334 | -384
oeffentlichkeitsarbeit@lda.stk.sachsen-anhalt.de

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