Leipziger Erklärung der Vereinigung der Denkmalfachämter in den Ländern
Meldung vom 10. Juni 2026
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MehrWert Denkmalpflege: MehrWert für die Zukunft!
Denkmalpflege und Denkmalschutz sind unverzichtbare Zukunftsaufgaben. Bau- und Kulturdenkmale sind Ankerpunkte unseres kulturellen Gedächtnisses, in denen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eines Ortes und der dort Lebenden sichtbar werden. Sie sichern Identitäten, stärken gesellschaftlichen Zusammenhalt, schaffen Lebensqualität und leisten einen konkreten Beitrag zu Nachhaltigkeit und Baukultur. Die Erhaltung und Weiterentwicklung bestehender Bauten schont Ressourcen, nutzt graue Energie, erhält handwerkliches Können und stärkt regionale Wertschöpfung.
Die 2025 ins Leben gerufene MehrWert-Kampagne der Vereinigung der Denkmalfachämter in den Ländern – VDL macht in großer Breite sichtbar, welche gesamtgesellschaftliche Bedeutung Denkmalpflege und Denkmalschutz haben. Heute gilt es umso mehr, die baulichen Zeugnisse der Vergangenheit für kommende Generationen zu bewahren. Diesen Mehrwert gilt es zu erkennen und weiter zu stärken.
Denkmalpflege in Wissenschaft und Verwaltung war und ist immer Wandlungen unterworfen. Wir Denkmalpflegenden begrüßen und unterstützen Maßnahmen des Bürokratieabbaus, der Verfahrensbeschleunigung und der Effizienzsteigerung. Jedoch werden oft unter diesem Diktum Denkmalpflege und Denkmalschutz in ihrer Fachlichkeit ohne Not geschwächt. In mehreren Ländern wurden bereits oder sollen Verwaltungsstrukturen verändert, Zuständigkeiten neu geordnet und Denkmalschutzgesetze novelliert werden. Die staatliche Denkmalpflege in Deutschland gerät so unter wachsenden Druck.
Im Gegenzug nimmt die Komplexität anstehender Bauaufgaben stetig zu: Klimaanpassung, Barrierefreiheit, Umbaukultur und Ressourcenschonung sind nur einige der wichtigen Themen, zu deren Bewältigung staatliche Denkmalpflege einen substantiellen Beitrag leistet.
Anlässlich der Jahrestagung der Vereinigung der Denkmalfachämter in den Ländern – VDL vom 8. bis 10. Juni 2026 in Leipzig unter dem Thema ›Umbrüche. Transformationen in Stadt und Land. Herausforderungen für die Denkmalpflege‹ verabschieden die Amtsleitungen und Mitarbeitenden der Denkmalfachämter der Länder diese Erklärung zur Zukunft der Denkmalpflege in Deutschland:
Wir bekennen uns ausdrücklich zu einer wissenschaftlich fundierten und gesellschaftlich verantwortlichen Denkmalpflege. Wir leisten durch Erforschung, Inventarisation, Dokumentation, Beratung und Vermittlung einen unverzichtbaren Beitrag zur Erhaltung von Kultur.
Erklärtes Ziel ist die gemeinsame Entwicklung tragfähiger Lösungen für den Umgang mit dem baukulturellen Erbe im engen Austausch mit den Denkmalbesitzenden. Deshalb braucht Denkmalpflege weiterhin starke, fachlich unabhängige Institutionen. Viele der geplanten Strukturanpassungen gefährden den qualitätsvollen und zukunftsorientierten Umgang mit Denkmalen.
Deshalb fordern wir die politischen Entscheidungsträger auf:
Denkmalpflege und Denkmalschutz als zukunftsweisenden Beitrag zu Nachhaltigkeit und Umbaukultur anzuerkennen,
wissenschaftlich fundierte sowie nachvollziehbare Entscheidungen zu gewährleisten,
Handwerk, Restaurierung, Forschung und zivilgesellschaftliches Engagement als unverzichtbare Partner der Denkmalpflege zu stärken,
die fachliche Unabhängigkeit der Denkmalfachämter zu sichern und sie personell und finanziell auskömmlich auszustatten sowie
die Modernisierung der Verwaltung gemeinsam mit den Denkmalfachämtern zu gestalten.
Denn Denkmalpflege und Denkmalschutz bewahren bauliche und kulturelle Zeugnisse der Vergangenheit. Und sichern Werte für die Zukunft!
Leipzig, 8. Juni 2026.