Neuerscheinung ›Bruno Föhre (1883–1937). Architekt der Moderne in Mitteldeutschland im Spannungsfeld zwischen Heimatschutzarchitektur und Bauhaus‹
Meldung vom 1. Oktober 2026
Heute weitgehend unbekannt, war Bruno Föhre (1883 bis 1937) von etwa 1910 bis in die frühen 1930er Jahre und vor allem in den späten 1920er Jahren einer der gefragtesten und erfolgreichsten Architekten in Halle (Saale). Er hinterließ ein umfangreiches Gesamtwerk an Entwürfen und Bauten der Zeit von 1904 bis zu seinem Tode im Jahr 1937. 1907 eröffnete er sein erstes Büro in Halle in der Ludwig-Wucherer-Straße 75, arbeitete von 1910 bis 1917 in Bürogemeinschaft mit seinem älteren Bruder Arthur Föhre (1875 bis 1942), um dann wieder sein eigenes Büro zu führen. Seine Tätigkeit konzentrierte sich vor allem auf die Stadt Halle und die preußische Provinz Sachsen, reichte in einigen Fällen aber auch darüber hinaus. Von 1919 bis 1921 und 1923 unterhielt Föhre auch ein Nebenbüro in Berlin. Er entwarf Wohnhäuser, Siedlungsbauten, Schulen, Kaufhäuser, Industriebauten, Brücken, Sakralbauten und Grabmale, Kleinarchitektur, Gärten, Innenarchitektur und Möbel und bearbeitete auch den ›Bebauungsplan‹ für die Siedlung Scopau, wie er den Lageplan nannte.
Föhres Ausbildung fiel in die Zeit um 1900, als die Reformfreudigkeit auch endlich die Ausbildung der Architekten erfasste. Als Sohn eines Maurermeisters aus Trotha bei Halle besuchte er die Baugewerkschule Höxter, später die Baugewerkschule Aachen und schloss dort 1903 erfolgreich ab. Zeitgleich besuchte er als Gasthörer die Technische Hochschule Aachen (heute die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen).
Am Beispiel Bruno Föhre wird in dieser Arbeit die Entstehung und Entwicklung eines Architekten der Moderne in Mitteldeutschland untersucht, im Spannungsfeld zwischen Reformarchitektur, Heimatschutzarchitektur, Backsteinmoderne, Expressionismus und Neuem Bauen, im geografisch nahen Umfeld zum Bauhaus, der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein und den Farbexperimenten Bruno Tauts in Magdeburg.
Marina Meincke, Bruno Föhre (1883–1937). Architekt der Moderne in Mitteldeutschland im Spannungsfeld zwischen Heimatschutzarchitektur und Bauhaus. Beiträge zur Denkmalpflege 19 (Halle [Saale]) 2026.
Hardcover.
Format: 24 mal 30 Zentimeter.
Umfang: 160 Seiten, 186 Abbildungen.
ISBN: 978-3-911693-18-9.
Preis: 34,00 €.
Bestellbar beim Archäologischen Fachverlag Beier & Beran sowie im regulären Buchhandel.
