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Kloster Drübeck

Juli 2026

Das figürliche Stuckkapitell aus der ehemaligen Benediktinerinnenklosterkirche in Drübeck (Abbildung 1) ist ein herausragendes Kunstwerk der Zeit um 1200. Dargestellt ist eine nur mit einem Lendenschurz bekleidete, männliche Figur. Sie schaut über das dichte Blattwerk, in dem sie steht, hinaus und umfängt mit nach unten gerichteten Händen die sie rahmenden Blattstiele. Der Kopf der Figur ist beinahe vollplastisch herausgearbeitet. 

Durch die Mehrschichtigkeit des Reliefs entsteht ein erstaunlich tief wirkender Aktionsraum, in dem sich die Figur mit einer anatomisch erstaunlich stimmigen Körperhaltung bewegt. Die antikennahe Körpermodellierung überrascht, während die Gestaltung der gefiederten Akanthusblätter an die charakteristischen floralen Motive der Zeit um 1200 erinnert. Der Kapitelltypus steht in einer langen, schon in der Antike wurzelnden Tradition. 

Ebenso bemerkenswert wie die Darstellung ist die Herstellungsweise. Die Plastik ist Teil einer Neugestaltung des Kirchenraumes um das Jahr 1200. Damals erhielten die Pfeiler und Säulen eine Überstuckierung in Hochbrandgips in modernen Formen. Ebenso wurde der Kirchenboden mit einem Stuckestrich überzogen. 

Diese hochmittelalterliche Stuckausstattung war durch eine spätere Erhöhung des Fußbodens sowie durch Vermauerungen der Seitenschiffe und andere bauliche Veränderungen verdeckt. Bei der Gesamt­instandsetzung der Kirche in den 1950er Jahren traten die Stuckkapitelle, die Basen und auch Reste des Fußbodens zutage, freilich großenteils in schlechtem Zustand. Zu der hier gezeigten Stuckarbeit gehören noch weitere Fragmente. Sie lassen erkennen, dass das Kapitell ursprünglich an allen vier Seiten dieselbe Darstellung aufwies. Diese und weitere Reste werden heute im Kloster aufbewahrt. 

Text: Elisabeth Rüber-Schütte
Online-Redaktion: Anja Lochner-Rechta

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