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Flemmingen (Naumburg) - Dorfkirche St. Lucia

Mai 2026

Die Flemminger Luciakirche birgt in ihren östlichen Teilen einen selten umfangreich erhaltenen Wandmalereibestand aus dem zweiten Drittel des 13. Jahrhunderts. Im obersten Bereich der Apsis wurde das in der Romanik übliche Bildthema einer Maiestas Domini wiedergegeben. Die monumentale Christusfigur sitzt auf einem Regenbogen, segnet mit ihrer Rechten und hält mit ihrer Linken ein geöffnetes Buch. Zur Rechten Christi ist in Augenhöhe ein waagerechtes, mit der Spitze auf ihn weisendes Schwert zu sehen. Die ihn rahmende Mandorla wird von vier Engeln gehalten, die am unteren Bildrand um zwei Engelbüsten ergänzt werden. Der Hintergrund der Apsiskalotte war blau und mit Sternen verziert. Zu beiden Seiten schließen sich jeweils in rechteckige Rahmen eingestellte Heiligenfiguren an. Von diesen ist nur der zur Linken Christi stehende Johannes der Täufer eindeutig zu identifizieren. Das Bildprogramm im Apsisgewölbe lässt einen eschatologischen Bildinhalt vermuten.

An der Apsiswand und auf beiden Seiten der Ostwand des Altarraumes sind weitere Wandmalereien erhalten. Dort wurden in zwei Bildzonen übereinander weitere Heilige dargestellt, vor allem Apostel im Martyrium. Bemerkenswert ist, dass nur die Martyrien und keine weiteren Begebenheiten aus der Vita der jeweiligen Heiligen wiedergegeben wurden. Angesichts der unmittelbaren Nähe zum Altar soll hier vermutlich eine Verbindung zwischen dem eucharistischen Opfer Christi und der Nachfolge der Apostel und Heiligen vor Augen geführt werden. Das vorbildliche Leben, insbesondere das Opfer der Heiligen, schaffen den Gnadenschatz, auf den die Gläubigen im Jüngsten Gericht hoffen können.

Text: Elisabeth Rüber-Schütte
Online-Redaktion: Sarah Krohn

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