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Sakrale Kunst des Mittelalters in Sachsen-Anhalt und Mitteldeutschland

Tagung vom 15. bis zum 17. April 2026 im Benediktinerkloster Huysburg

Auf dem Gebiet des heutigen Landes Sachsen-Anhalt und angrenzender Regionen, die in der Gesamtheit oftmals mit dem Begriff Mitteldeutschland grob umrissen werden, entstanden im Mittelalter seit der Epoche der ottonischen Herrscher herausragende Sakrallandschaften. Eine Vielzahl bedeutender Bauwerke und Ausstattungen aus dieser Zeit zeugt bis heute von einem enormen kulturellen Reichtum und einem künstlerischen Schaffen auf höchstem Niveau in dieser auch reichsgeschichtlich bedeutenden zentralen Kulturlandschaft. 

Obwohl diese Zeugnisse in seltener Authentizität auf uns gekommen sind, finden sie bisher nicht die ihnen gebührende Beachtung sowohl in der überregionalen Öffentlichkeit als auch in der Forschung. 

Viele dieser großartigen Denkmale waren in den vergangenen Jahren Gegenstand von Sanierungen und Konservierungen, von Untersuchungen und Dokumentationen sowie von vertiefenden und teilweise auch grundlegenden interdisziplinären Forschungen. Im Blickfeld der Tagung stehen damit Ergebnisse der befundbezogenen Arbeit der Denkmalpflege an den Objekten und der Potentiale, die eine konstruktive Zusammenarbeit mit allen Beteiligten, einschließlich den unterschiedlichen Fördergeldgebern, und den verschiedenen, oftmals langjährigen Partnern an den Kulturdenkmalen ermöglichen. 

Im Rahmen der geplanten Tagung sollen wichtige neu gewonnene Erkenntnisse erstmals einem Kreis von Fachleuten, durch die anschließende Publikation jedoch auch der interessierten Öffentlichkeit, vorgestellt werden. Thematisiert werden sowohl die Architektur und deren reiche ursprüngliche Ausgestaltung als auch die baufesten und mobilen Ausstattungen. Kunsthistorische und restauratorische Untersuchungen werden um die Aufzeigung komplexer Bildprogramme, liturgischer Bezüge und funktionaler Aspekte erweitert. 

Systematisierende Betrachtungen und die Vorstellung eher unbekannter Anlagen, wie zum Beispiel der Klosterkirche Stötterlingenburg, ergänzen neue Forschungen zu den berühmten romanischen Kirchen, wie der Stiftskirche St. Servatius in Quedlinburg oder der Liebfrauenkirche in Halberstadt.

Im aristotelischen Sinne (Metaphysik VII 17, 1041b) intendiert die Tagung mit der Vorstellung formidabler Objekte und Ergebnisse aus vertiefenden Untersuchungen nicht nur ein Aufsummieren einzelner Aspekte, sondern strebt darüber hinaus die Vermittlung eines möglichst umfangreichen Bildes von mittelalterlichen Sakralbauten, deren Bildprogrammen und Funktionen in der in den Fokus genommenen bedeutenden Kulturlandschaft an.

Einen repräsentativen wie würdevollen Rahmen bildet der Austragungsort, die Klosteranlage Huysburg, mit ihren bedeutenden romanischen Denkmalschichten.

Das Tagungsprogramm finden Sie auch im Flyer [PDF, 3,2 MB, nicht barrierefrei].

Programm

Mittwoch, 15. April 2026

Ab 12.00 Uhr.
Anmeldung im Tagungsbüro im Benediktinerkloster Huysburg.

13.30 Uhr.
Jakobus Wilhelm (Benediktinerkloster Huysburg)/Harald Meller (Halle [Saale]): Grußworte.

13.50 Uhr.
Elisabeth Rüber-Schütte (Halle [Saale]): Einführung in die Tagungsthematik.

14.30 bis 15.00 Uhr.
Reinhard Schmitt: Ergebnisse zur Baugeschichte der Klosterkirche in Coswig.

Leonard Helten (Halle [Saale]): Die Altarnische im Bischofsgang des Magdeburger Domchores.


15.00 bis 15.30 Uhr – Kaffeepause.


15.30 bis 17.00 Uhr.
Bruder Jakobus (Benediktinerkloster Huysburg): Führungen in Kirche und Klausur mit der Präsentation der Textilien des Klosters.

17.00 bis 18.00 Uhr.
Regula Schorta (Riggisberg/Schweiz): Der Schrein des heiligen Godehard von Hildesheim und seine Ausstattung.

Barbara Pregla (Halle [Saale])/Anja Preiß (Halle [Saale]): Der Quedlinburger Knüpfteppich.


18.00 bis 21.00 Uhr – Abendessen.


Donnerstag, 16. April 2026 

9.00 bis 11.00 Uhr.
Sila Walz (Hildesheim)/Angela Weyer (Hildesheim): Die romanische Stuckausstattung von St. Michaelis in Hildesheim – neue Befunde und Ergebnisse.

Corinna Scherf (Halle [Saale]): Stuckfragmente einer hochmittelalterlichen Abschrankung in der Quedlinburger Stiftskirche – restauratorische Untersuchung zu Herstellungstechnik und Polychromie.

Daniela Arnold (Leipzig)/Torsten Arnold (Halle [Saale]): Neues zur Chorschranke der Liebfrauenkirche in Halberstadt.

Matthias Untermann (Heidelberg): Neuer Stuck auf alten Mauern. Die Modernisierung von Kirchen des Harzgebietes um 1200.


11.00 bis 11.30 Uhr – Kaffeepause.


11.30 bis 13.00 Uhr.
Thomas Danzl (München): Festina lente. Zur Erfassung und Konservierung mittelalterlicher Wandmalereien in Sachsen-Anhalt 2000–2025.

Jan Raue (Potsdam): Polychrome sakrale Fassaden des Spätmittelalters – Entdeckungen am Backsteinbau zwischen Elbe und Oder.

Barbara Beckett (Hildesheim): Restaurierungsgeschichte 19./20. Jahrhundert. Zum Umgang mit mittelalterlichen Wandmalereien am Beispiel der Klosterkirche von Gröningen.


13.00 bis 14.00 Uhr – Mittagessen.


14.00 bis 16.00 Uhr.
Volker Seifert (Halle [Saale]): Neuigkeiten aus dem Naumburger Dom.

Harald Wolter-von dem Knesebeck (Bonn): Die Bemalung der Holzdecke der Klosterkirche der Benediktinerinnen von Stötterlingenburg (Lüttgenrode).

Jörg Richter (Hannover): Der Hochaltar von Nonnenklosterkirchen im Wandel.

Karoline Danz (Halle [Saale])/Bettina Seyderhelm: Reliquiendepositorien.


16.00 bis 16.30 Uhr – Kaffeepause.


16.30 bis 18.00 Uhr.
Mathias Köhler (Halle [Saale]): Vox aeterna in saeculis. Frühe Glocken in Sachsen-Anhalt.

Klaus Niehr (Osnabrück): Vom mehrfachen Wert der Kunst – Zur gemalten und plastischen Ausstattung in Zisterzienserkirchen.

Beate Braun-Niehr: Kunsthistorische Beobachtungen zum Triumphkreuz des Zisterzienserklosters Pforta.


Freitag, 17. April 2026

9.00 bis 10.30 Uhr.
Falko Bornschein (Erfurt): Gotteslob und soziale Positionsbestimmung. Zum Sinngehalt der spätmittelalterlichen Glasmalereien des Erfurter Domchores.

Ute Bednarz (Potsdam): Die Wurzel Jesse in der Glasmalerei des 13. Jahrhunderts am Beispiel von Burg Falkenstein und Merseburg.

Angelica Dülberg (Dresden): Qualitätvolle spätromanische Wandmalereien des Zackenstils in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen.


10.30 bis 11.30 Uhr – Kaffeepause.


11.00 bis 12.00 Uhr.
Andrea Knopik (Memleben): Die Klosteranlage in Memleben aus dem 13. Jahrhundert und ihre Kapitellplastik.

Jeannine Meinhardt (Potsdam): Vereinigung von Forschung und Lehre auf dem Weg zu qualifizierten Erhaltungskonzepten am Beispiel des Nordquerhausportales und der Marienkapelle des Halberstädter Domes.

12.15 Uhr.
Resümee und Tagungsende.

Anmeldung und Kontakt

Anmeldung ab Januar 2026 möglich.

Es wird bis zum 16. März 2026 um eine schriftliche Anmeldung  (Post/Fax/E-Mail) gebeten an:

Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt
Abteilung ›Bau- und Kunstdenkmalpflege‹
Richard-Wagner-Straße 9
06114 Halle (Saale)

Telefon: 0345/29 39 794
Fax: 0345-29 39 735

mkohnke@lda.stk.sachsen-anhalt.de

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. 

Die Tagungsgebühr beträgt 95 €. In dieser sind die Pausenversorgung, Tagungsgetränke, Abendessen am 15. April 2026 sowie die Transfers zum Tagungsort.

Alle weiteren Informationen erhalten Sie nach der Anmeldung.

Veranstalter

Abteilung ›Bau -und Kunstdenkmalpflege‹ des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt.

Gefördert durch das Land Sachsen-Anhalt und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. 

Veranstaltungsort

Benediktinerkloster Huysburg
›Ekkehard-Haus‹
Huysburg 2
38838 Huy/ OT Dingelstedt

Parkplätze sind vorhanden. Die An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist bis Halberstadt möglich. Transfers zum Veranstaltungsort werden organisiert. 
 

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