Jahrgang 2026
Das diesjährige ›Denkmal des Monats‹-Jahr des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt steht ganz unter dem Motto ›Stuck und Wandmalerei‹. Kommen Sie mit und werfen Sie einen Blick in die Kirchen und Klöster Sachsen-Anhalts.
Viel Spaß beim Lesen.

Der Innenraum der nach Brand 1242 neu errichteten Klosterkirche ist heute ganz wesentlich durch die Restaurierung der Jahre 1841 bis 1853 geprägt, in der die barocke Ausstattung entfernt und in deren Folge sparsam neugotische Ausstattungsteile wie der Fürstenstuhl und die Orgelempore eingefügt wurden. Einziges mittelalterliches Ausstattungsteil ist die Betsäule. Umso höher ist ein Fund zu bewerten, der 1926/27 bei Grabungen unter Leitung des Bernburger Baurates Hans Wendler zu Tage trat.

Die Klosterkirche St. Vitus des ehemaligen Benediktinerklosters Gröningen beherbergt bis heute einen herausragenden Bestand an hochromanischer Bauplastik und Wandmalerei. Das Kloster wurde 936 von der karolingischen Reichsabtei Corvey gegründet. Die heute überkommene, aus dem frühen 12. Jahrhundert stammende Flachdeckenbasilika war ursprünglich dreischiffig, mit Querhäusern und staffelartigem Chorabschluss ausgestattet. Nach der Auflösung des Klosters verfiel der Kirchenbau. In mehreren Etappen wurden Teile der Basilika abgetragen.

In der Klausur des Benediktinerklosters auf der Huysburg blieb das Fragment einer spätromanischen Apsisausmalung erhalten, das trotz seiner geringen Größe (maximale Höhe 1,20 Meter, maxumale Breite zirka 0,80 bis 0,85 Meter) durch den außerordentlich guten Erhaltungszustand und die Frische der Farben beeindruckt. Ein solcherart vollständig bewahrter Malschichtenaufbau ist nördlich der Alpen nur noch äußerst selten anzutreffen. Aufgrund der herausragenden Qualität zählt das Fragment zu den bedeutendsten erhaltenen Wandmalereien seiner Zeit in Sachsen-Anhalt.
