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Das Grabmal Ottos des Großen im Magdeburger Dom

Projektziel

Das Vorhaben umfasst zwei umfangreiche Themenschwerpunkte: Einerseits wird die Grablege Ottos des Großen erforscht, wobei die Materialität, der Umgang mit der Sepultur und ihre Veränderung im Verlauf der Zeit im Fokus stehen. Andererseits kommen bioarchäologische Analyseverfahren zum Einsatz, um Aufschluss über die Lebensbedingungen des Kaisers zu erhalten. Das Projekt bietet die in vergleichbaren Dimensionen seltene – wenn nicht einmalige – Möglichkeit einer umfangreichen Anwendung, Validierung und Entwicklung von Methodenspektren in transdisziplinären Arbeitsgruppen.

Projektbeschreibung

Kaiser Otto I. gilt als einer der bedeutendsten Akteure des europäischen Mittelalters, der schon früh den Beinamen ›der Große‹ bekam. Ab 936 herrschte er als König über das Ostfrankenreich. Wie Hrotsvith von Gandersheim überliefert, wurde er am 23. November 912 geboren – möglicherweise in Wallhausen, wo seine Eltern 909 ihr Hochzeitsmahl hielten. 929 heiratete er Editha, eine Halbschwester des ersten Königs der Engländer. Sie starb bereits 946 und wurde im Magdeburger Mauritiuskloster beigesetzt, das 968 zum Sitz eines Erzbischofs erhoben wurde. Nach der Heirat mit Adelheid, der Witwe des italienischen Königs im Jahr 951, erhob Otto Anspruch auf Italien.

Die ersten Jahrzehnte seiner Herrschaft waren durch heftige innere Konflikte und die Raubzüge der Ungarn geprägt. 955 schlug er mit seinem sächsischen Gefolge und einem schwäbischen, böhmischen, fränkischen und bairischen Aufgebot die Ungarn auf dem Lechfeld. Mit dieser siegreichen Schlacht verschaffte er sich nachhaltigen Respekt. Zum Dank stiftete er dem Heiligen des Tages, dem heiligen Laurentius, ein Bistum in Merseburg. Dort wurde bereits die Erinnerung an den Sieg wachgehalten, den Ottos Vater Heinrich im Jahre 933 über die Ungarn errungen hatte. 962 wurde Otto in Rom zum Kaiser des erneuerten Römischen Reichs gekrönt und verbrachte in der Folge viele Jahre in Italien. Insgesamt sind 50 Belagerungen und 16 Schlachten überliefert, an denen er selbst beteiligt war. Am 7. Mai 973 starb er in Memleben an der Unstrut. Seine Eingeweide wurden vor Ort beigesetzt – der Körper hingegen einbalsamiert, nach Magdeburg überführt und im Dom bestattet.

Otto der Große ist ein Mythos. Bereits zu Lebzeiten wurde er als Held glorifiziert. Geistliche Autorinnen und Autoren, wie die Kanonisse Hrotsvit von Gandersheim, der Bischof Liutprand von Cremona und der Mönch Widukind von Corvey verklärten und feierten seine Taten, sein Wirken und seine Person, nicht zuletzt motiviert durch die Förderung ihrer eigenen Interessen und die der kirchlichen Institutionen, denen sie angehörten. Einige Jahrzehnte nach dem Tod Ottos I. bekundete Bischof Thietmar von Merseburg: »In seinen Tagen erstrahlte das goldene Zeitalter!« (Temporibis suis aureum illuxit seculum). So sehr die Wirkmächtigkeit Ottos betont wird, so spärlich ist die Überlieferung in den Schrift- und Bildquellen. Neben den Hauptwerken der eben benannten Schreiberinnen und Schreiber sind vornehmlich eine überschaubare Anzahl an Münz- und Siegeltypen zu nennen sowie 460 Urkunden, von denen mindestens 75 als Fälschungen beziehungsweise Verfälschungen gelten.

Seit Januar 2025 ist das Grabmal des Kaisers im Magdeburger Dom Gegenstand umfangreicher Untersuchungen. Wie sich bei einem durchgeführten Monitoring erwies, waren Maßnahmen zur Erhaltung des Grabmals dringend nötig. Es zeigten sich erhebliche Schäden am Sarkophag und dessen Inhalt. Durch die Konservierungsmaßnahme ergeben sich zahlreiche wissenschaftlich relevante Fragen zum Grabmal, seinem Inhalt und der Person Ottos. Die Sepultur oblag einem steten Wandel im Spannungsfeld von Memoria, Pflege, Zerstörung und politischer Instrumentalisierung. Das Grab wurde versetzt, angehoben, umgebaut und beschädigt. Im Verlauf der Zeit wurden Teile entnommen und hinzugefügt. Zudem wirkten sich verschiedene Faktoren, wie binnenklimatische Veränderungen im Dom und chemische Prozesse, auf den Zustand aus. Auch war die Grablege Lebensraum unterschiedlichster Tiere (unter anderem Nager, Spinnentiere, Asseln, Insekten), die Auskunft über Veränderungsprozesse am Grab geben können. Die Erarbeitung der ›Objektbiografie‹ der Grablege erfolgt im Zusammenspiel multidisziplinärer Analysen national und international ausgewiesener Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Ottos Lebenswandel hat sich in seine Knochen eingeschrieben, die vergleichsweise gut erhalten sind. Nach den bisherigen anthropologischen Untersuchungen zeigt das Skelettbild ein älteres männliches Individuum mit insgesamt geringer Zahnabrasion, jedoch ausgeprägten, teils massiven degenerativen Veränderungen insbesondere an Hüft-, Knie-, Schulter- und Wirbelgelenken. Die Befunde sprechen für eine langjährige hohe mechanische Beanspruchung des Bewegungsapparats bei gleichzeitig guter Ernährungslage sowie einer möglicherweise ausgeheilten Gesichtsverletzung.

Neben einer detaillierten Auswertung der Computertomografie-Aufnahmen, der Zahnbefunde sowie arthrotischer Veränderungen durch Kolleginnen und Kollegen der Universitätskliniken in Magdeburg, Halle (Saale) und Saarbrücken erfolgen weiterführende Untersuchungen zur Ernährung (Kohlenstoff-/Stickstoff-Isotopie) und Mobilität (Strontium-Isotopie) durch die Kooperationspartner des Curt-Engelhorn-Zentrums Archäometrie (Mannheim). Genetische aDNA-Analysen zu Populationsgenetik, Verwandtschaftsverhältnissen, Pathogenen sowie zum oralen Mikrobiom (Zahnsteinanalysen) werden am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte (Leipzig) in verschiedenen Arbeitsgruppen durchgeführt.

Im Projekt greifen die im Denkmalschutzgesetz des Landes Sachsen-Anhalt verankerten Aufgaben der Bewahrung, Dokumentation und Erforschung von Kulturdenkmalen durch das Denkmalfachamt ineinander. Zugleich ist ein Laboratorium zur Überprüfung, Verfeinerung und Entwicklung neuer innovativer Methodenspektren in der Archäologie geschaffen.

Wiederbeisetzung der Gebeine Ottos des Großen im Magdeburger Dom

Anlässlich der Wiederbeisetzung der Gebeine Kaiser Otto I. am 1. September 2026 im Dom St. Mauritius und St. Katharina zu Magdeburg erschien – herausgegeben von der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt und dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt – eine Broschüre [PDF, 5 MB, nicht barrierefrei] zur Sanierung und Untersuchung des Grabmals Ottos des Großen.

Sie bietet einen Überblick über Ottos Wirken als ostfränkischer König und römischer Kaiser, über seine Bedeutung als herausragende Persönlichkeit der europäischen Geschichte, über die Herrschaftsorte und die Herrschaftslandschaft der Ottonen im heutigen Sachsen-Anhalt, über die Rettung des gefährdeten kaiserlichen Grabmals sowie über die – weiterhin andauernde – wissenschaftliche Untersuchung und Erforschung der Grablege Ottos wie auch der Ära der Ottonen.

Presseinformationen zum Grabmal Ottos des Großen im Magdeburger Dom

Hilfe für ein gefährdetes Denkmal – Konservierungsmaßnahmen am Grabmal Ottos des Großen im Magdeburger Dom

Presseinformation vom 23. Oktober 2024.

Otto I. ist als erster Kaiser des Heiligen Römischen Reiches eine zentrale Figur der europäischen Geschichte. Sein Grabmal im Magdeburger Dom ist daher ein Denkmal von erheblichem kulturhistorischen Wert. Seiner Pflege und Erhaltung kommt aus Sicht der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt als Eigentümerin des Magdeburger Domes sowie der Evangelischen Domgemeinde als Nutzerin des Gotteshauses oberste Priorität zu. Turnusgemäße Zustandsüberprüfungen haben nun Schäden an dem Sarkophag offengelegt, die konservatorische Maßnahmen nötig machen. Ab Januar 2025 wird das Grabmal eingerüstet und mit einem Sichtschutz versehen, um die entsprechenden Arbeiten zu ermöglichen, die vor Ort im Magdeburger Dom stattfinden werden.

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Hilfe für ein gefährdetes Denkmal – Beginn der Konservierungsmaßnahmen am Grabmal Ottos des Großen im Magdeburger Dom

Presseinformation vom 8. Januar 2025.

Otto I. ist als erster Kaiser des Heiligen Römischen Reiches eine zentrale Figur der europäischen Geschichte. Sein Grabmal im Magdeburger Dom ist daher ein Denkmal von erheblichem kulturhistorischen Wert. Seiner Pflege und Erhaltung kommt aus Sicht der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt als Eigentümerin des Magdeburger Domes, der Evangelischen Domgemeinde als Nutzerin des Gotteshauses sowie dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt als zuständiger Denkmalfachbehörde oberste Priorität zu.

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Erste Untersuchungen am Grabmal Ottos des Großen im Magdeburger Dom

Presseinformation vom 27. Januar 2025.

Im Rahmen des turnusmäßigen gemeinsamen Monitorings der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt und des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt wurden am Grabmal Ottos des Großen Schäden beobachtet, die vermutlich vor allem auf Stabilisierungsmaßnahmen zurückgehen, die im Zuge der letzten Öffnung des Grabmals im Jahr 1844 vorgenommen wurden. Darüber hinaus bestehen offene Fragen hinsichtlich des Zustandes des Sarkophags sowie der darin befindlichen Bestattung. Insbesondere auch vor dem Hintergrund der in den letzten Jahren zunehmenden klimatischen Schwankungen im Dominnenraum, die sich unmittelbar auf den Sarkophag und seinen Inhalt auswirken, sahen sich Kulturstiftung Sachsen-Anhalt und Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt gezwungen, Maßnahmen zur Konservierung des nicht nur landeshistorisch höchst bedeutenden Denkmals in die Wege zu leiten.

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Aktuelle Einblicke in Dokumentation und Untersuchungen am Grabmal Ottos des Großen im Magdeburger Dom

Presseinformation vom 26. März 2025.

Seit Januar ist das Grabmal Ottos des Großen im Magdeburger Dom Gegenstand von umfangreichen Untersuchungen. Anfang März wurde unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen die Deckplatte des Kalksteinsarkophags erfolgreich abgenommen. Darunter ist nun wie erwartet ein schlichter Holzsarg zu sehen. Die bisherigen Maßnahmen zur umfassenden Schadensdokumentation der Grablege und das weitere Vorgehen zur Konservierung des Grabmals wurden heute bei einem gemeinsamen Pressetermin der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt und des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt vorgestellt.

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Konservierungsmaßnahmen und Untersuchungen am Grabmal Ottos des Großen im Magdeburger Dom – Ministerpräsident Dr. Haseloff und Kulturminister Robra informieren sich über aktuellen Stand

Presseinformation vom 24. Juni 2025.

Seit Januar 2025 ist das Grabmal Kaiser Ottos des Großen im Magdeburger Dom Gegenstand umfangreicher Untersuchungen. Nachdem Anfang März 2025 der Steinsarkophag geöffnet worden war, konzentrierten sich die Arbeiten insbesondere auf die Dokumentation und Untersuchung des im Inneren des Sarkophags angetroffenen schlichten Holzsargs. Der konservierungsbedürftige Zustand des Steinsarkophags sowie insbesondere die bereits äußerlich sichtbaren Schäden am Holzsarg machten auch dessen Öffnung zur Sicherung seines Inhaltes unumgänglich. Daher wurde Mitte Juni 2025 die hölzerne Deckplatte des innenliegenden Sargs abgehoben, um die darin befindlichen Gebeine, Textilien und weitere Materialien sichern und konservieren zu können. Der aktuelle Stand der Arbeiten und Untersuchungsergebnisse zur Grablege Ottos des Großen wurden heute bei einem gemeinsamen Pressetermin der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt und des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie (LDA) Sachsen-Anhalt im Beisein von Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff sowie von Staatsminister und Minister für Kultur Rainer Robra vorgestellt.

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Neue Erkenntnisse zur marmornen Deckplatte des Grabmals Ottos des Großen im Magdeburger Dom – Untersuchungen belegen Herkunft des Marmors

Presseinformation vom 17. Dezember 2025.

Seit Januar 2025 steht das Grabmal Kaiser Ottos des Großen im Magdeburger Dom im Mittelpunkt umfangreicher Maßnahmen zur Rettung und Sanierung dieses bedeutenden Denkmals. Sowohl der Inhalt des in dem Sarkophag angetroffenen Holzsarges als auch der steinerne Kasten selbst werden zur Zeit mit modernsten Methoden und in Zusammenarbeit mit renommierten nationalen und internationalen Institutionen und Forschern untersucht. Ein erstes aufschlussreiches Zwischenergebnis erbrachte die Analyse der Herkunft des Marmors, aus dem die Deckplatte des Sarkophags Ottos des Großen, eine wiederverwendete (spät-) antike Marmorplatte, besteht. Untersuchungen ausgewiesener Spezialistinnen und Spezialisten für die Herkunftsbestimmung antiken Marmors in Wien und Bochum kamen zu dem Ergebnis, dass es sich eindeutig um Marmor von der Prokonnesos (heute Marmara-Insel, Türkei) handelt.

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Der Körper des Kaisers – Aktuelle Untersuchungsergebnisse bestätigen Identität der sterblichen Überreste aus dem Sarkophag Ottos des Großen

Presseinformation vom 18. März 2026.

Seit Januar 2025 steht das Grabmal Kaiser Ottos des Großen im Magdeburger Dom im Mittelpunkt eines umfangreichen Projektes zur Dokumentation und Konservierung dieses bedeutenden Denkmals. Nachdem der steinerne Sarkophag sowie der darin aufgefundene, ebenfalls stark konservierungsbedürftige Holzsarg im letzten Jahr geöffnet worden waren, wurde der Grabinhalt in den letzten Monaten dokumentiert und zur Sicherung, Erhaltung und Untersuchung entnommen. Anfang 2026 bildete sich eine multidisziplinäre Forschergruppe, die sich der grundlegenden anthropologischen, medizinischen und naturwissenschaftlichen Untersuchung der sterblichen Überreste aus der Grablege widmet. Im Rahmen eines Pressetermins im Beisein von Ministerpräsident Sven Schulze und Staatsminister und Minister für Kultur Rainer Robra auf dem Campus der Universitätsmedizin Magdeburg gaben die beteiligten Spezialisten heute Einblicke in ihre laufenden Forschungen. Von besonderer Bedeutung sind die bereits vorliegenden Ergebnisse archäogenetischer Analysen an den Gebeinen Ottos des Großen (gestorben 973) sowie Kaiser Heinrichs II. (gestorben 1024) aus dem Bamberger Dom: Sie belegen, dass es sich bei den sterblichen Überresten aus dem Grabmal im Magdeburger Dom mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um die Gebeine Kaiser Ottos I. handelt.

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Aktuelle Einblicke in die Arbeiten am Grabmal Ottos des Großen im Magdeburger Dom – Ergebnisse archäologischer Untersuchungen am Standort des Grabmals

Presseinformation vom 11. Juni 2026.

Seit Januar 2025 ist das stark geschädigte Grabmal Kaiser Ottos des Großen im Magdeburger Dom Gegenstand eines umfangreichen Projektes zur Dokumentation und Konservierung dieses bedeutenden Denkmals. Im Verlauf dieses Projektes, das durch die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt und das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt in enger Abstimmung mit der Evangelischen Domgemeinde und der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland durchgeführt wird, wurden der steinerne Sarkophag sowie der darin aufgefundene, ebenfalls stark konservierungsbedürftige Holzsarg geöffnet. Sein Inhalt wurde dokumentiert und zur Sicherung, Erhaltung und Untersuchung entnommen. Derzeit erfolgt die Sanierung des Steinsarkophags in einer gesonderten Einhausung im Langhaus des Magdeburger Domes. Zeitgleich wird der Standort des Grabmals im Hohen Chor archäologisch untersucht.

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Sanierung des Grabmals Ottos des Großen im Magdeburger Dom kurz vor dem Abschluss – Kulturminister Robra informiert sich über die erfolgten Maßnahmen

Presseinformation vom 19. August 2026.

Seit Januar 2025 steht das stark geschädigte Grabmal Kaiser Ottos des Großen im Magdeburger Dom im Mittelpunkt eines umfangreichen Projekts zur Dokumentation und Konservierung. Das Projekt, das durch die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt (KST) und das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie (LDA) Sachsen-Anhalt in enger Abstimmung mit der Evangelischen Domgemeinde und der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland durchgeführt wird, beinhaltet insbesondere die Sicherung des teils sehr fragilen Kalksteinsarkophags sowie die Ertüchtigung seines Standorts im Hohen Chor. Die entsprechenden Maßnahmen im Dom stehen kurz vor ihrem Abschluss und werden bis zur feierlichen Wiederbeisetzung der Gebeine Ottos des Großen am 1. September 2026 abgeschlossen sein. Die aus der Dokumentation und Bergung der Grablege resultierenden Forschungen werden allerdings weit über dieses Datum hinaus weitergehen und lassen wichtige Erkenntnisse zur Person und Bestattung des Kaisers erwarten.

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Projektleitung und Kontakt

Dr. Veit Dresely
Leiter der Abteilung ›Übergreifende Fachdienste‹
+49 345 5247-386
vdresely@lda.stk.sachsen-anhalt.de

PD Dr. habil. Donat Wehner
Referent für Mittelalter- und Neuzeitarchäologie
+49 345 5247-345
dwehner@lda.stk.sachsen-anhalt.de

Projektteam

Claudio Dähnel und Denis Dittrich (örtliche Grabungsleitung)

sowie

André Beuger (GIS)

Heiko Breuer (Holzbestimmung/Spezialaufnahmen)

Dr. Gerrit Deutschländer (historischer Kontext)

Dr. Holger Grönwald (Zeichnungen)

Mikko Heikkinen (Georadar)

Friederike Hertel (Textilkonservierung)

Andrea Hörentrup (Fotografie)

Vera Keil (3D-Scans)

Michel Klehm (Fotografie)

Thomas Koiki (3D-Modellierung und Spezialvermessung)

PD Dr. Jörg Orschiedt (Anthropologie)

Carsten Schittko (Endoskopie-Assistenz)

Annika Simm (Anthropologie)

Dr. Anna Swieder (GIS)

Anika Tauschensky (Numismatik)

Dr. Christian-Heinrich Wunderlich (Materialuntersuchungen)

Forschungspartner

Wir danken besonderes für die vielfältige Förderung, gute Zusammenarbeit und stete Unterstützung der Staatskanzlei und Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt, der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, der Evangelischen Domgemeinde Magdeburg sowie dem Universitätsklinikum Magdeburg/Medizinische Fakultät der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg.


Claudia Böttcher, Diplom-Restauratorin, Magdeburg (Steinrestaurierung)

Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie gGmbH (Mannheim)
Dr. Ronny Friedrich (Radiokarbondatierung)
Dr. Corina Knipper (Isotopie)

DeltaSigma Analytics GmbH (Magdeburg)
Dr. Sebastian Dieck (Korrosionsforschung)

Departement Umweltwissenschaften, Universität Basel
Christine Pümpin (Mikromorphologie)

EvoLogics GmbH (Berlin)
Thomas Tietz

Lukas Fischer, Archäologische Rekonstruktionen und 3D-Visualisierungen, Köln (Modellierungen)

Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF (Magdeburg)
Dipl.-Ing. Erik Trostmann (Scans Skelett)

Philippe Froesch, Visualforensic/TheLivingFace, Frankreich (Lebendrekonstruktion)

Dr. Karl-Uwe Heußner, Dendrochronologe, Petershagen (Dendrochronologie)

Institut für Archäologische Wissenschaften, Ruhr-Universität Bochum
Prof. Dr. Vilma Ruppiené (Spolien/Petrografie)

Institut für Diagnostik und Konservierung an Denkmalen in Sachsen und Sachsen-Anhalt e. V. (Dresden und Halle [Saale])
Dipl.-Min. Matthias Zötzl (Kalkstein/Mörtel/Salze)

Institut für Geschichte, Universität Klagenfurt
Prof. Dr. Thomas Wozniak (Mittelalterhistoriker)

Institut für Rechtsmedizin, Universitätsklinikum Halle (Saale) / Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Prof. Dr. Rüdiger Lessig (Gerichtsmedizin)

Institut für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaft, Technische Hochschule Köln
Prof. Dr. Nicole Reifarth (Textilien)

Institut für Sportwissenschaft, Universität Hildesheim
Prof. Dr. Stefan Flohr (Histologie)

Katedra Antropologii, Uniwersytet Przyrodniczy we Wrocławiu
Dr. Anna Wierzgoń (botanische Untersuchungen)

Kulturstiftung Sachsen-Anhalt (Leitzkau und Halle [Saale])
Dr. Michael Belitz (Historiker)
Jan Matthies (Untere Denkmalschutzbehörde)

Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt (Halle [Saale])
Dr. Alexander Malz (Kalkstein)

Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie (Leipzig)
Dr. Harald Ringbauer (aDNA)

Österreichisches Archäologisches Institut, Österreichische Akademie der Wissenschaften (Wien)
Prof. Dr. Walter Prochaska (Petrografie, Marmor)

Referat für Naturwissenschaften der Wissenschaftlichen Abteilung der Zentrale des Deutschen Archäologischen Instituts (Berlin)
PD Dr. Ingo Heinrich (Dendrologie/Holz-Isotopie)
Alexander Müller (Dendrochronologie)

Dr. Tilo Schöfbeck, Bauforschung/Archäologie/Dendrochronologie, Schwerin (Dendrochronologie/Dendrologie)

Universitätsklinik und Poliklinik für Radiologie, Universitätsklinikum Halle (Saale) / Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Prof. Dr. Dr. Walter A. Wohlgemuth (Radiologie)

Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin, Universitätsklinikum Magdeburg / Medizinische Fakultät der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg
Dr. Mathias Becker (Computertomografie/Radiologie)
PD Dr. Oliver Großer (Computertomografie/Radiologie)

Universitätsklinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie, Universitätsklinikum Halle (Saale) / Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Prof. Dr. Dr. Frank Tavassol (Zahnmedizin)

Zentralmagazin Naturwissenschaftlicher Sammlungen, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
PD Dr. Hendrik Müller (Zoologie)
Dr. Frank Steinheimer (Zoologie)

Zentrum für Experimentelle Orthopädie und Arthroseforschung, Universitätsklinik des Saarlandes / Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes (Homburg)
Prof. Dr. Henning Madry (Arthrose)

Laufzeit

2025 bis 2030.

Literatur

G. Althoff, Die Ottonen. Königsherrschaft ohne Staat (Stuttgart/Berlin/Köln 2013³).

W. Berschin (Hrsg.), Hrotsvit: Opera Omnia. Bibliotheca Scriptorum Graecorum et Romanorum Teubneriana (München/Leipzig 2001).

J. Becker (Hrsg.), Die Werke Liudprands von Cremona. Monumenta Germaniae Historica MGH. Scriptores rerum Germanicarum in usum scholarum 41 (Hannover/Leipzig 1915).

S. Freund/M. Puhle, Otto der Große 912–973: Kaiser der Römer, König der Völker (Regensburg 2023).

R. Holtzmann (Hrsg.), Die Chronik des Bischofs Thietmar von Merseburg und ihre Korveier Überarbeitung. Monumenta Germaniae Historica MGH. Scriptores rerum Germanicarum N.S. 9 (Berlin 1935).

H.-E. Lohmann/P. Hirsch (Bearb.), Die Sachsengeschichte des Widukind von Korvei. MGH. Scriptores rerum Germanicarum in usum scholarum 60 (Hannover 1935).

T. Meier, Die Archäologie des mittelalterlichen Königsgrabes im christlichen Europa. Mittelalter-Forsch. 8 (Stuttgart 2002).

W. Prochaska/V. Ruppiené/V. Anevlavi/V. Dresely/H. Meller/D. Wehner, Marble for the Emperor – the cover slab of the sarcophagus of Otto the Great in Magdeburg Cathedral, Germany. Heritage (im Peer-Review).

H. Ringbauer/T. Wozniak/J. Feuchter/G. Runfeldt/R. A. Bianco/G. Zhang/K. Prüfer/J. Orschiedt/A. Simm/P. Maier/M. Sager/V. Dresely/J. Krause/H. Meller/D. Wehner, Reconstructing their genomes confirms the historically attested Genealogy of the two Medieval emperors Otto I (»the Great«) and Heinrich II (»Saint Henry«). https://www.biorxiv.org/content/10.64898/2026.03.18.712637v1 (Preprint 2026).

E. Schubert/U. Lobbedey, Das Grab Ottos des Großen im Magdeburger Dom. In: M. Puhle (Hrsg.), Otto der Große. Magdeburg und Europa. Eine Ausstellung im Kulturhistorischen Museum Magdeburg vom 27. August - 2. Dezember 2001. Katalog der 27. Ausstellung des Europarates und Landesausstellung Sachsen-Anhalt 1–2 (Mainz 2001) 381–390.

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