Jahrgang 2026

Die Gemeinde Klostermansfeld und das unmittelbar südlich sich anschließende Benndorf liegen im Landkreis Mansfeld-Südharz, im Übergangsbereich zwischen dem südöstlichen Harzvorland und dem Mansfelder Land. Der sicher nachgewiesene Kupfererz-/ Kupferschieferabbau setzte der Legende nach im 12./13. Jahrhundert ein. Ein früherer Abbau vor allem von Silber, Blei, Kupfer oder Eisenerzen reicht im angrenzenden Harz vermutlich bis in die Bronzezeit, doch erschweren die Überprägungen bis in die Moderne eindeutige Nachweise.

Etagengräber, das heißt Bestattungen von zwei Personen übereinanderliegend, sind in Mitteldeutschland nicht häufig; sie entstanden regelhaft am Übergang der Stein- zur Bronzezeit, hier Glockenbecherkultur (2500 bis 2050 vor Christus) und Aunjetitzer Kultur (2300 bis 1550 vor Christus).

Im Juni 2025 prospektierte der ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger Günter Dittrich das Areal der mittelalterlichen Dorfstelle Bischofsrode bei Gernrode, Landkreis Harz. Unfern der ehemaligen Dorfkirche, von der ein kleiner Hügel zeugt, stieß er auf einen ungewöhnlichen Fund: ein Bleisiegel – eine sogenannte ›Bulle‹ – des Papstes Alexander III., der von 1159 bis 1181 amtierte. In diesem Fund materialisiert sich große mittelalterliche Geschichte. Wie nur ist dieses Siegel an seinen heute entlegenen Fundort gelangt?

Gusseiserne Rohre als Gegenstand einer archäologischen Untersuchung? Das wäre vor einigen Jahrzehnten noch undenkbar gewesen. Im Ortsteil Dessau der kreisfreien Stadt Dessau-Roßlau war genau dies der Fall.

Für die Gleichstromtrasse SüdOstLink soll die Saale bei Alsleben, Salzlandkreis, mit Hilfe eines geschlossenen Verfahrens unterquert werden. Die Startgrube erforderte für diese Querung des heute circa 60 Meter breiten und circa 15 Meter tiefer im Tal gelegenen Flusses eine Aufweitung von 100 Meter Breite. Mit gut über 900 archäologisch relevanten Befunden deutet die exponierte Lage der zwei Hektar großen Fundstelle oberhalb des Saaletals auf einen beliebten Siedlungsplatz während des Neolithikums sowie auch während der Bronze- und Eisenzeit hin.

Salz war das ›Gold der Vorzeit‹, viele überlieferte historische Aussagen seit mehr als 4000 Jahren zeugen davon. Einem deutlich größeren Problem standen die Bewohner Mittel- und Nordeuropas gegenüber. Zum einen war der Zugang zu salzhaltigem Wasser außer an den Küsten nur an den wenigen geologisch besonderen Stellen im Binnenland gegeben, nämlich dort, wo salzhaltiges Wasser – die Sole – an der Oberfläche als Quellwasser austrat.